Römische Tetrarchie

Die Römische Tetrachie war ein Herrschaftssystem, das von Kaiser Diokletian im Jahr 293 im Römischen Reich eingeführt wurde. Dieses bestand aus einer Vier-Männerherrschaft. Auf diese Weise versuchte Diokletian für innere und äußere Stabilität zu sorgen, da das Reich zu groß geworden war. Kurz nach Diokletians Tod wurde die Tetrarchie wieder abgeschafft. Die Idee einer Herrschaftsteilung blieb aber bestehen und mündete 395 in die Teilung in ein Ost- und Weströmisches Reich. Damit begann zugleich die Spätantike.

Ursachen

Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts hatte das Römische Reich in seiner Existenz bedroht. Von 193 bis 284 regierten zahlreiche römische Kaiser. Immer wieder kam es zu Usurpationen, weil Armeen ihren Kommandeur zum neuen Kaiser ausriefen. Die Regenten dieser Zeit werden daher auch “Soldatenkaiser” genannt. Neben dem inneren Bürgerkrieg kamen äußere Bedrohungen hinzu. Über die Grenzen am Rhein und Donau drangen germanische Völker gewaltsam ins Reich ein. Am Euphrat drohte der Einfall der Sassaniden. Aufgrund dieses Machtzerfalls kam es an den Reichsgrenzen sogar zu Abspaltungen. Kurzzeitig existierten Sonderreiche in Gallien und Palmyra. Das Römische Reich war zu groß geworden, um von einem Kaiser in Rom regiert zu werden. Mit Diokletian wurde im Jahr 284 ein Kaiser ernannt, der selbst als Kommandant der Prätorianer gedient hatte. Er setzte grundlegende Reformen um.1

Diokletians Reformen

Nach seiner Machtübernahme im Jahr 285 versuchte Diokletian das römische Kaisertum zu stabilisieren. Diokletian erhöhte die Steuern, um die innere und äußere Stabilität des Reiches wiederherzustellen. Außerdem ordnete er die Verwaltung der Provinzen neu. Diese ließ er verkleinern und verdoppelte ihre Anzahl. Dadurch sollte verhindert werden, dass der Statthalter einer Provinz zu viel Macht in sich vereinen konnte. Die Steuerzahlungen wurden durch neu eingeführte Finanzverwaltungen kontrolliert. Darüber hinaus halbierte Diokletian die Größe der römischen Legionen. So reduzierte er einerseits die Einheit auf 1000-2000 Soldaten, andererseits vergrößerte er die Anzahl der Legionen auf 70. Um dem Problem der Inflation und gefälschten Münzen entgegenzuwirken, führte er eine Münzreform ein. Diokletian erließ eine Preisobergrenze für zahlreiche Güter. Unter seiner Herrschaft kam auch ein Edikt zur Christenverfolgungen zustande.2

Vier-Kaiser-Prinzip

Die berühmteste Reform Diokletians war das Vier-Kaiser-Prinzip. Im Jahr 286 hatte er bereits mit Maximian einen Mit-Kaiser ernannt. Maximian sollte das westliche Reich kontrollieren, während Diokletian für den östlichen Teil zuständig war. Dieses System baute er im Jahr 293 weiter aus. In dem neuen Herrschaftsmodell gab es nun jeweils zwei Kaiser mit höherem Rang (Augusti) und zwei Kaiser mit niederem Rang (Caesares). Zwischen den Augusti und Caesares bestand eine hierarchische Abstufung. Durch das Vier-Kaiser-Prinzip wurde das Römische Reich geografisch in vier Verwaltungszentren aufgeteilt. Zur ersten sogenannten “Tetrarchie” gehörten Diokletian, Maximian, Constantius und Galerius. So befand sich immer ein Kaiser in der Nähe der Reichsgrenzen an Rhein, Donau und Euphrat.3

Folgen

Im Jahr 305 trat Diokletian freiwillig von seinem Amt zurück. Das System der Tetrarchie brach wenige Jahre später in sich zusammen, einige von Diokletians Reformen wurden wieder rückgängig gemacht. Unter den Kaisern brachen neue Machtkämpfe aus. Im Jahr 312 mündete der Zweikampf zwischen Konstantin und Maxentius in der Schlacht an der Milvischen Brücke. Der in den Folgejahren als “Konstantin der Große” bezeichnete Kaiser setzte sich im Jahr 324 gegen seine anderen Mit-Kaiser durch. Mit seiner nun einsetzenden Alleinherrschaft endete zugleich die Tetrarchie. Im Rahmen der konstantinischen Wende förderte Konstantin das Christentum (seit 393 sogar Staatsreligion) und verlegte die kaiserliche Residenz von Rom nach Konstantinopel. Insofern hatte die Tetrarchie langfristige Folgen: 395 wurde das Römische Reich in Ost und West aufgeteilt. Nun begann die Epoche der Spätantike.4

Übersichtsbild: Karte des Römischen Reichs während der ersten Tetrarchie, Autor: HellerickKopiersperre, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 14.10.2021 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 14.10.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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