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Russische Revolution


Im frühen 20. Jahrhundert erlebte Russland einen Modernisierungsprozess. Das absolutistisch regierte Zarenreich erwies sich als nicht mehr zeitgemäß. Viele Menschen forderten mehr demokratische Mitbestimmung. Als Russland im Jahr 1917 den Ersten Weltkrieg verlor, ergriffen die Bolschewiki durch die Oktoberrevolution die Staatsgewalt. Damit wurde Russland (seit 1922 Sowjetunion) ein sozialistischer Staat.

Vorgeschichte

Russland stieg im 19. Jahrhundert zur imperialen Großmacht auf. Innenpolitisch regte sich jedoch Widerstand gegen den absolutistischen Zaren. Die Mehrheit der Russen arbeitete in der Landwirtschaft und lebte als Bauer in Leibeigenschaft vom adeligen Grundbesitzer. Am Ende des 19. Jahrhunderts schritt in Russland auch die Industrialisierung voran. Neben den Bauern entstand eine Arbeiterbewegung, die zunehmend politisch aktiv wurden und politische Mitsprache forderte. Einen Wendepunkt markierten Russlands militärische Misserfolge im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05. Sie offenbarten die Rückständigkeit des russischen Herrschaftssystems und lösten die erste Russische Revolution aus.1

Russische Revolution 1905

Auslöser für die Russische Revolution 1905 war die blutige Niederschlagung einer friedlichen Arbeiterdemonstration vor dem Winterpalast in Petersburg. Die Demonstranten wurden von Regierungstruppen erschossen, obwohl diese friedlich dem Zaren eine Petition übergeben wollten. Zugleich verschärfte sich der Widerstand gegen Massenarmut, Hunger und Unterdrückung. Infolgedessen bildeten sich die ersten Arbeiterräte. Zar Nikolaus II. kam den Revolutionären entgegen und ließ die Duma einrichten. Russland entwickelte sich formal zur konstitutionellen Monarchie. Die Zarenpolitik blieb dennoch bis 1917 dominierend und erbrachte keine nennenswerten Veränderungen.2

Februarrevolution 1917

Seit 1914 beteiligte sich Russland im Ersten Weltkrieg. Die sich anbahnende Kriegsniederlage und Versorgungsengpässe führten zu enormen Protesten im Volk. Es kam zu Hungerunruhen, Streiks und Plünderungen. Im Februar 1917 entwickelten sich die Proteste zu einer Massendemonstration, der sich auch Polizisten und Soldaten anschlossen. Infolge der Februarrevolution musste Zar Nikolaus II. abdanken. Es entstand eine Doppelherrschaft, die sich aus einer provisorischen Regierung und dem Arbeiter- und Soldatenrat zusammensetzte. Da die russische Regierung den Krieg allerdings fortsetzte, verschärften sich die Wirtschaftskrise und Nahrungsmittelknappheit. Größter Nutznießer dieser Zustände waren die Bolschewiki, die für das sofortige Kriegsende eintraten und „Friede, Land und Brot“ versprachen.3

Oktoberrevolution 1917

Die Bolschewiki wurden von ihrem charismatischen Parteiführer Lenin verkörpert. Er organisierte gemeinsam mit militärischer Unterstützung Leo Trotzkis einen Putsch. Am 24./25. Oktober 1917 besetzten die Bolschewiki die Petrograder Garnisonen und setzten die provisorische Regierung ab. Dieser unblutige Sturz ging später als „Oktoberrevolution“ in die Geschichtsbücher ein. Er legte die Grundlagen für den sozialistischen Staat. Um ihre Macht zu festigen, mussten sich die Bolschewiki allerdings in einem langen Bürgerkrieg durchsetzen.4

Roter Terror & Bürgerkrieg

Bei den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung erlangten die Bolschewiki lediglich 25% der Stimmen. Daraufhin lösten sie die Versammlung mit Waffengewalt auf und unterdrückten andere Parteien. Es entstand eine bolschewistische Alleinregierung. Im Jahr 1918 formierte sich gegen die Bolschewiki eine Weiße Opposition, die Russland in den Bürgerkrieg führte. Die Bolschewiki entschieden den Krieg für sich und betrieben einen Kriegskommunismus. Für eine allgemeine Verbesserung sorgte die seit 1921 betriebene Neue Ökonomische Politik. Im Jahr 1922 erfolgte die Gründung der Sowjetunion. Sie übernahm den Marxismus-Leninismus als Staatsdoktrin und wurde im Kalten Krieg zum großen Feind der westlich geprägten Welt.5

Verfasst von Fabio Schwabe

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