Reformen des Kleisthenes

Die Reformen des Kleisthenes in den Jahren 508/507 v. Chr. waren die Grundlage für die Entwicklung der Athenischen Demokratie. Durch seine neue Phylenordnung ermöglichte Kleisthenes eine stärkere Beteiligung aller Regionen Attikas an der Demokratie. Kleistehens wollte durch seine Reformen die Macht der Adeligen abschwächen und die Errichtung einer neuen „Tyrannis“ verhindern.

Sturz der Tyrannis

Im Jahr 510 v. Chr. wurde in Athen die Peisistratiden-Tyrannis endgültig gestürzt. Damit die politische Macht nun nicht an einzelne Adelsfamilien überging, machte Kleisthenes von Athen einen Reformvorschlag: Mehr Bürger sollen an der Politik mitgestalten können, um das Gemeinwesen Athens stabil und wehrfähig zu machen. Nie mehr sollte ein Einzelner zu viel Macht erlangen und eine erneute „Tyrannis“ errichten.1

Einteilung in Phylen

Die Kleisthenischen Reformen stammen aus den Jahren 508/507 v. Chr. Teilweise gehen sie auf Solons Reformen zurück. Eine wichtige Neuerung war seine „Phylenreform“: Kleisthenes teilte das Gebiet Attikas in zehn „Phylen“ auf. Jede einzelne Phyle bestand wiederum aus drei „Trittyen„. Es handelte sich hierbei um Verwaltungseinheiten, die die lokale Bevölkerung repräsentierten. Durch diese Neuordnung sollte der Einfluss adeliger Familien geschwächt und die einzelnen Regionen stärker an der Politik beteiligt werden.

Rat der 500

Eng verbunden mit der „Phylenreform“ war der neue „Rat der 500„. In diesem waren 50 Politiker einer jeweiligen Phyle vertreten. Als Herzstück der Athenischen Demokratie sollte dieser Rat die Interessen aller Regionen Attikas repräsentieren. Zugleich wurde mit dem „Scherbengericht“ (Ostrakismos) ein Verfahren eingeführt, bei dem die Volksversammlung per Abstimmung einen unbeliebten Politiker für zehn Jahre aus Athen verbannen konnte. Dadurch sollte verhindert werden, dass ein einzelner Politiker zu mächtig werden und eine neue „Tyrannis“ errichten könnte.2

Kleisthenes: Begründer der Athenischen Demokratie?

Vom Geschichtsschreiber Herodot wurde Kleisthenes einst als „Begründer“ der Athenischen Demokratie bezeichnet. Die moderne Geschichtsforschung geht aber eher davon aus, dass die Begründung der Athener Demokratie vor allem eine Folge der siegreichen Perserkriege (nach 480 v. Chr.) gewesen ist. Für die militärische Aufrüstung war Athen nun auf die Unterstützung weiterer Gesellschaftsschichten angewiesen, die an der Demokratie beteiligt werden mussten. Dafür waren die Reformen des Kleisthenes 508/507 v. Chr. eine Grundlage, indem er die Bürgerschaft durchmischte und sie stärker an das politische Zentrum Athens band. Diese Reformen sorgten dementsprechend für eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit im 5. Jhd. v. Chr.

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 30.03.2021 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 01.04.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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