Herrschaft unter Kaiser Nero

Nero gehörte zu den umstrittensten Kaisern in der Geschichte des Römischen Reiches. Seine Regierungsjahre von 54 bis 68 waren geprägt von einem schlechten Verhältnis zum Senat. Kritiker warfen ihm Größenwahn und Verschwendungssucht vor. Als Reaktion auf den Großen Brand in Rom ordnete Nero die Christenverfolgungen an. Andere machten Nero selbst dafür verantwortlich, das Feuer aus eigenen Interessen gelegt zu haben. Nero war der letzte Kaiser der julisch-claudischen Dynastie.

Aufstieg auf den Thron

Im Jahr 37 wurde der damals noch Lucius Domitius genannte Nero von seiner Mutter Agrippina geboren. Agrippina war die Schwester von Kaiser Caligula. Im Jahr 49 heiratete sie ihren Onkel Kaiser Claudius, nachdem Neros leiblicher Vater bereits einige Jahre zuvor verstorben war. Agrippina strebte danach, ihren Sohn Nero als nachfolgenden Kaiser einzusetzen. Daher erhielt Nero eine umfassende Bildung und wurde sogar von Seneca unterrichtet. Nach dem Tod von Kaiser Claudius wurde Nero im Jahr 54 neuer römischer Kaiser. Gerüchten zufolge soll Agrippina die Ermordung von Claudius geplant haben, In den ersten Jahren von Neros Regentschaft übernahm Agrippina zunächst die wichtigsten Aufgaben.1

Merkmale von Neros Herrschaft

Nero präsentierte sich in seinen ersten Regierungsjahren als zurückhaltender Kaiser, der die Traditionen der Römischen Verfassung und den Senat achtete. Begeisterung zeigte er vor allem für die griechische Kultur. Mit zunehmendem Alter entwickelte sich Nero zu einem skrupellosen Herrscher, der seine Macht für eigene Interessen ausnutzte. So räumte er seine Mutter Agrippina im Jahr 59 aus dem Weg, indem er sie verbannen und ermorden ließ. Nun versuchte er den Senat auszuschalten und eine Alleinherrschaft zu errichten. Nero gab sich Vergnügungen hin, inszenierte sich als “Künstler-Kaiser” und verfiel der Verschwendungssucht. Er nahm an den Olympischen Spielen in Griechenland teil. Angeblich soll er sogar den Bau eines großen goldenen Palastes geplant haben.2

Brand Roms und Christenverfolgungen

In einer Sommernacht des Jahres 64 brach in einem Raum des Circus Maximus ein riesiges Feuer aus. Angetrieben durch den Wind breitete sich das Feuer schnell zu einem Großbrand in mehreren Stadtteilen Roms aus. Insgesamt dauerte der Brand sechs Tage. Viele Häuser wurden dadurch zerstört. Einige Menschen warfen Nero Brandstiftung vor, um sich selbst Platz für den goldenen Palast zu schaffen. Der Vorwurf ist aber bis heute nicht bewiesen. Nero beteuerte seine Unschuld und machte die Christen für den Brand verantwortlich. Diese erklärte er dadurch zu “Sündenböcken” und ordnete Christenverfolgungen an. Zahlreiche Christen wurden dabei getötet.3

Neros Ende

Nero hatte im Jahr 65 ein geplantes Attentat der Senatoren aufgedeckt. Daraufhin zwang er seine Verschwörer sich umzubringen. Auch Seneca gehörte dazu. Der innere Widerstand gegen den größenwahnsinnigen Kaiser wuchs, zumal er immer höhere Steuern für seine prunkvollen Baupläne eintrieben ließ. Seine politischen Pflichten vernachlässigte er. Im Jahr 68 entschied sich der Senat dann für einen erzwungenen Machtwechsel. Die Senatoren bestimmten einen Nachfolger und riefen Nero zum Staatsfeind aus. Es kam zum sogenannten Vierkaiserjahr. Nero floh aus der Stadt Rom und beging kurz darauf Selbstmord. Damit endete die Herrschaftszeit der julisch-claudischen Dynastie. Mit Vespasian begann die Epoche der flavischen Herrscher.4

Übersichtsbild: Büste von Kaiser Nero, Glypothek München, Lizenz: Gemeinfrei

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 13.10.2021 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 13.10.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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