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Restauration und Vormärz


Um 1800 bestand Deutschland noch nicht als Nationalstaat. Der heutige Teil Deutschlands setzte sich damals aus vielen Klein- und Mittelstaaten zusammen, die weitgehend unabhängig und durch Zollschranken voneinander getrennt waren. Das gesamte Herrschaftsgebiet nannte sich „Heiliges“ Römischen Reiches. Dieses Herrschaftsgebilde hatte sich im Mittelalter etabliert und war kein einheitlicher Staat mit festen Grenzen. Unter ihnen galten Preußen und Österreich als vorherrschende Großmächte, die im Deutschen Dualismus um die Vorherrschaft kämpften. Die starken politischen und regionalen Unterschiede führte dazu, dass das Reich kurz vor seinem Zusammenbruch stand. Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution und der französischen Eroberungen in Europa wurde das Reich 1806 schließlich aufgelöst.

Napoleonische Kriege

Nachdem in Frankreich 1789 die Französische Revolution ausgebrochen war, brachen 1792 die Koalitionskriege aus. Das revolutionäre Frankreich befand sich nun im Krieg gegen die anderen europäischen Großmächte. General Napoleon Bonaparte hatte 1799 durch einen Staatsstreich die Macht übernommen und setzte die Kämpfe in den sogenannten Napoleonischen Kriegen fort. Zahlreiche Staaten in Europa wurden dabei besetzt und durch die freiheitlichen Ideale der Französischen Revolution beeinflusst. Infolgedessen brach 1806 auch das Heilige Römische Reich zusammen. Durch den Reichsdeputationshauptschluss legte Napoleon die vielen Einzelstaaten zusammen und schuf mit dem Rheinbund ein Verteidigungsbündnis, das ihm als Schutz- und Militärbündnis diente. Hier geht es zum ganzen Artikel über die Napoleonischen Kriege1.

Wiener Kongress

Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege trafen sich die führenden Staatsmänner Europas 1814 in Wien, um eine neue Friedensordnung herzustellen. Eine Epoche des Friedens und der Restauration, die die alte Ordnung wieder herstellen sollte, wurde als oberstes Ziel gesetzt. Den Kongress leitete Fürst von Metternich. Ihm ging es hauptsächlich darum, die nationalen und liberalen Ideen, die durch Napoleons Einfluss in Europa verbreitet wurden, zu unterdrücken2. In der Heilige Allianz versicherten sich die Monarchen Preußens, Österreichs und Russland gegenseitige Treue im Kampf gegen jeden Revolutionsversuch. Hier geht zum kompletten Artikel über den Wiener Kongress.

Vormärz

Napoleons Vorherrschaft über Europa hatte Spuren hinterlassen. Die Abschaffung des Absolutismus sowie die Idee von Freiheit und Gleichheit wurden von den Menschen aus dem Bürgertum sehr geschätzt. Die Befreiungskriege gegen Napoleon hatten außerdem ein deutsches Nationalbewusstsein aufkommen lassen. Doch die Beschlüsse auf dem Wiener Kongress stellten die alte Ordnung wieder her und erteilten den nationalen Wünschen eine klare Absage. Nach 1815 gründeten sich sogenannte Burschenschaften, die die Restauration kritisierten und einen deutschen Einheitsstaat mit Grundrechten forderten. Als Gegenmaßnahmen wurden deren Aktivitäten durch die Karlsbader Beschlüsse deutlich eingeschränkt. Bis 1830 bewährte sich das Metternich’sche System als erfolgreiches Instrument gegen nationale und liberale Bewegungen. Erst nach der Julirevolution 1830 in Frankreich gewannen die Burschenschaften wieder an Bedeutung. Charakteristisch dafür wurde das Hambacher Fest. Den Höhepunkt dieser Bewegung markierte die Revolution 1848, die in Deutschland kurzzeitig die Herrschaft der Fürsten außer Kraft setzte. Die liberalen Forderungen waren besonders geprägt vom Zeitalter der Aufklärung. Hier geht es zur Epoche des Vormärz.

Deutscher Bund

Nachdem das Heilige Römische Reich zerbrochen war, musste auf dem Wiener Kongress eine neue Alternative gefunden werden. Die Wünsche nach einem deutschen Nationalstaat wurden von den europäischen Großmächten abgelehnt. Sie strebten eine neue Ordnung des Gleichgewichts an, um weitere Kriege und Revolutionen zu verhindern. Sie einigten sich auf die Gründung des Deutschen Bundes, einem lockeren Staatenbund, in dem jeder Fürst seine Herrschaft bewahren durfte. Eine gesamtdeutsche Regierung mit zentraler Verwaltung existierte nicht. Mit der Frankfurter Bundesakte wurde die Einführung von Verfassungen mit Freiheits- und Grundrechten angekündigt. Die liberalen Forderungen nach Freiheit und Gleichheit blieben aber weitgehend unerfüllt. Der Deutsche Bund hielt lange als absicherndes Friedensbündnis. In den 1860er Jahren wurde er allerdings aufgrund des Deutschen Dualismus zwischen Preußen und Österreich aufgelöst. Hier geht es zum Artikel über den Deutschen Bund.3

» Hier geht es zur Quellensammlung

Verfasst von Fabio Schwabe

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