Die „Polis“ entstand im 8. Jahrhundert v. Chr. als typische Siedlungsform im antiken Griechenland. Es existierten mehrere hundert solcher selbstständiger Stadtstaaten. Merkmale der Poleis waren ein städtischer Marktplatz, eine Akropolis und eine umgrenzende Mauer. Von „Polis“ leitet sich der moderne Begriff „Politik“ ab.

Entstehung

Die Landschaft Griechenlands hat viele fruchtbare Äcker, die von Gebirgen und Flüssen umschlossen sind. Daher entstand niemals ein einheitliches Griechisches Reich. Im 8. Jahrhundert v. Chr. bauten immer mehr Griechen Siedlungen an fruchtbaren Tälern, Küstenregionen und Inseln. Jede dieser Poleis (Stadtstaaten) behielt ihre Unabhängigkeit und versuchte politische und wirtschaftliche Angelegenheiten eigenständig zu regeln.

Merkmale und Aufbau einer Polis

Die Bewohner einer Polis verstanden sich nicht als Griechen, sondern als „Athener“, „Korinther“ oder „Spartaner“. Jede Polis verfügte über eine politische Selbstverwaltung. Im Zentrum existierte ein Versammlungsplatz (Agora), auf dem Bürger zusammenkamen. In der Nähe standen wichtige Gebäude, wie das Rathaus, Tempel und Theater. Im Stadtkern lebten Händler, Handwerker und Akademiker. Umgeben war er von landwirtschaftlichen Nutzflächen und angrenzenden Dörfern. Symbolisches Erkennungsmerkmal einer Polis war die Akropolis. Geschützt wurde eine Polis durch eine Mauer, die den Einlass nur über die Stadtmauer ermöglichte.1

Rechte der Einwohner

Die Einwohner der Polisgemeinschaft hatten unterschiedliche Rechte. An der Politik durften nur männliche Vollbürger mitbestimmen. Um den Status eines Polisbürgers zu haben, musste man ein Stück Land besitzen und Kind eines Polisbürgers sein. Ohne Bürgerrechte waren Metöken, Frauen und Sklaven. Demzufolge durfte sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung an Volksversammlungen beteiligen.

Griechische Kolonisation

Seit ca. 750 v. Chr. wanderten viele Griechen von ihrer Heimat in den Mittelmeerraum und an das Schwarze Meer aus. Diese Entwicklung wird als „Griechische Kolonisation“ bezeichnet. Die Aussiedler suchten neue Ackerflächen und Stützpunkte für den Handel. Gründe für diese Kolonisation waren eine starke Bevölkerungszunahme, die zur Hungersnot führte. In den neugegründeten Kolonien errichteten die Griechen weitere Stadtstaaten. Auf diese Weise verbreiteten sich die griechische Sprache, Kultur und Religion in Europa und Asien. Die Errungenschaften der Griechen wirken bis in die Gegenwart – der moderne Begriff „Politik“ leitet sich von der griechischen „Polis“ ab.2

Übersichtsbild: Trajansthermen, Autor: MM (1999), Lizenz: Gemeinfrei

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 30.03.2021 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 01.04.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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