Biographien
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  • DDR-Staatschef Erich Honecker und Helmut Kohl beim Staatstreffen in Bonn, 1987DDR-Staatschef Erich Honecker und Helmut Kohl beim Staatstreffen in Bonn, 1987
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  • 1991 wurde Kohl von Bundespräsident Weizsäcker zum ersten gesamtdeutschen Bundeskanzler ernannt1991 wurde Kohl von Bundespräsident Weizsäcker zum ersten gesamtdeutschen Bundeskanzler ernannt

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Helmut Kohl Biografie

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Helmut Kohl gilt in der deutschen Geschichte als „Kanzler der Einheit“. In seiner Regierungszeit als Bundeskanzler zwischen 1982 und 1998 fielen der Mauerfall, die deutsch-deutsche Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Kriegs. Nach seinem Studium der Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaft machte er eine Promotion zum Dr. phil. und anschließend große Karriere als CDU-Politiker. Durch die aufgedeckte Spendenaffäre gerieten Kohls politischen Verdienste allerdings in den Schatten, sodass er schließlich das Amt des CDU-Ehrenvorsitzenden aufgab.

Jugend und Studium

Helmut Kohl wurde 1930 in Ludwigshafen geboren. Er erlebte in seiner Jugend die Diktatur des Dritten Reichs, den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit. Im Jahr 1946 trat er der CDU bei und wurde ein Jahr später zum Mitbegründer der Jungen Union in Ludwigshafen. Nach seinem Abitur im Jahr 1950 begann Kohl ein Studium der Geschichte und der Rechts-, Sozial- und Staatswissenschaften in Frankfurt am Main und Heidelberg. In seiner Studienzeit beteiligte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an politischen Tätigkeiten im Alfred-Weber-Institut an der Universität Heidelberg.1

Politische Anfänge

In den 1950er Jahren machte sich Kohl durch seine politische Karriere in der CDU zunehmend einen Namen. 1953 wurde er Mitglied des geschäftsführenden CDU-Vorstandes in Rheinland-Pfalz, ein Jahr später stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union sowie Teil im Landesvorstand der CDU. Nach der Beendigung seines Studiums im Jahr 1956 promovierte Kohl mit seiner Dissertation „Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945“ zum Dr. phil.. Ein Jahr später war er zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes in Ludwigshafen gewählt worden und fungierte bis 1976 gleichzeitig als Abgeordneter im Landtag von Rheinland-Pfalz.

Aufstieg in die Führung der CDU

Nach seiner erfolgreichen Anfangstätigkeiten stieg Kohl in den 1960er Jahren in die Führung der CDU auf. Zwischen 1963 und 1969 besetzte er das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU. 1966 wurde der Landesvorsitzender seiner Partei in Rheinland-Pfalz und Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Im Jahr 1969 war Kohl zum Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz erklärt worden. Noch im selben Jahr wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU auf Bundesebene ernannt. Von 1973 bis 1998 bekleidete er das Amt des Bundesvorsitzenden der CDU. In den 1970er Jahren setzte sich Kohl vor allem dafür ein, die Trennung zwischen CDU und ihrer Schwesterpartei CSU wieder aufzuheben und eine gemeinsame Fraktion im Bundestag einzuführen. Dies war sein Programm, seitdem er 1976 Mitglied des Bundestages geworden war.2

Bundeskanzler und Kanzler der Einheit

Im Jahr 1982 wurde die Bundesregierung unter Helmut Schmidt durch ein Misstrauensvotum aufgelöst und Helmut Kohl als Kandidat der CDU/CSU zum Bundeskanzler ernannt. Er setzte sich für gutnachbarliche Beziehungen zur DDR ein und besuchte den sowjetischen Staatschef Gorbatschow und DDR-Regierungschef Honecker. Im Jahr 1986 sorgte Kohl für Empörung, als er in einem Interview für die Zeitschrift „Newsweek“ Gorbatschow mit dem NS-Propagandaminister Goebbels verglich. Im September 1987 wurde er von Erich Honecker besucht, um über eine gemeinsame Zusammenarbeit in Wissenschaften und Technik zu reden. Nach dem „Mauerfall“ am 9. November 1989 intensivierte Kohl die Gespräche mit der DDR-Regierung und führte eine gemeinsame Allianz für Deutschland ein. Kohl setzte das Zehn-Punkte-Programm durch und schuf damit die Voraussetzungen für eine deutsch-deutsche Wiedervereinigung. Durch den Beitritt der DDR zur BRD am 3. Oktober 1990 wurde Helmut Kohl schließlich Bundeskanzler der vereinten Deutschlands.3

Spendenaffäre

Am 4. November 1999 erließ das Amtsgericht Augsburg einen Haftbefehl gegen CDU-Schatzminister Walther Leisler Kiep, der wegen Steuerhinterziehung verdächtigt wurde. Es stellte sich heraus, dass er und andere Parteimitglieder Spenden von der Firma Thyssen in Höhe knapp einer Million DM erhalten, nicht versteuert und unter sich selbst aufgeteilt hatten. Wenige Tage später machte CDU-Generalsekretär Heiner Geißler offenkundig, dass die CDU unter der Regierungszeit Kohls „schwarze Konten“ geführt habe. Kohl stimmte dieser Aussage schließlich zu und bekräftigte, dass er 2,1 Millionen DM verdeckte und illegale Parteispenden angenommen habe. Aufgrund dessen trat Helmut Kohl vom Amt des CDU-Ehrenvorsitzenden zurück. Damit endete seine politische Ära im Zeichen der Spendenaffäre.4






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