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  • Die Goldene Bulle 1356 berechtigte die sieben Kurfürsten zur Königswahl im Heiligen Römischen Reich - damit schwand die Macht der königlichen ZentralgewaltDie Goldene Bulle 1356 berechtigte die sieben Kurfürsten zur Königswahl im Heiligen Römischen Reich - damit schwand die Macht der königlichen Zentralgewalt

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Quellenverweise

Mittelalter

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Mit dem Untergang des weströmischen Reiches 476 endete in Europa die Epoche der Antike. Nach der Völkerwanderung und der Gründung des Fränkischen Reiches – von König Chlodwig vereint – begann nun ein neues Zeitalter. Das Mittelalter wird ungefähr auf das Jahr 500 datiert. Das Christentum entwickelte sich in der Folgezeit zu einem wichtigen politischen Träger, sodass Kirche und Staat eng miteinander verflochten waren. Im deutschsprachigen Raum etablierte sich das „Heilige“ Römische Reich zu einem „Nachfolgereich“ des antiken Imperiums. Im Osten lebte das Byzantinische Reich als griechische Form des Römischen Reiches weiterhin fort. Um das Jahr 1500 endete das Mittelalter.

Karl der Große

Der Karolinger Karl der Große wird wegen seiner Verdienste als erster christlicher Kaiser des Mittelalters bezeichnet. Im Jahr 751 waren die Merowinger als Herrschaftsfamilie von den Karolingern im Fränkischen Reich verdrängt worden. Karl der Große unternahm militärische Feldzüge, unterwarf andere Stämme und christianisierte sie. Vor allem die Erfolge in den Sachsenkriegen erbrachten ihm militärischen Ruhm. Als ihm im Jahr 799 sogar Papst Leo III. um militärische Hilfe bat, weil er in Rom gegen eine adlige Opposition zu kämpfen hatte, machte sich Karl auf den Weg nach Italien. Als Gegenleistung verlieh ihm der Papst am 25. Dezember 800 die Kaiserkrone und machte Karl damit zum universalen Schirmherr des Christentums. Dieser Krönungsakt entsprach einer translatio imperii – eine Vorstellung, nach der die Herrschaft der Römer auf die Franken übergegangen sei1.

Translatio imperii

Nachdem das Römische Reich im Westen 476 untergegangen war, vertraten viele Menschen die theologische Vorstellung, nach der dieses Reich das letzte von vier Weltreichen sei. Diese Idee baut auf der Vier-Reiche-Lehre aus dem Buch Daniel auf. Dementsprechend hatten die Menschen aufgrund der christlichen Heilsgeschichte apokalyptischen Vorstellungen. Der Kirchenvater Hieronymus interpretierte aus der Vier-Reiche-Lehre, das mit diesen Imperien Babylon, Persien, Griechenland und Rom gemeint seien. Dies lieferte die Grundlage für die Herrschaftslegitimität der Kaiser im „Heiligen“ Römischen Reich. Die translatio imperii bedeutete, dass die Herrschaft der Römer auf die Franken (bzw. Deutschen) übergegangen sei. Damit konnte das Römische Reich de facto bewahrt werden.

„Heiliges“ Römisches Reich

Das Fränkische Reich war durch den Vertrag von Verdun 843 in ein west- und ostfränkisches Reich aufgeteilt. In der östlichen Hälfte entwickelte sich das „Heilige“ Römische Reich zu einem neuen Imperium, das die Fortführung des antiken Reiches der Römer beanspruchte. Dort wurden die Kaiser – wie einst Karl der Große – zu den universalen Herrschern des Christentums ausgerufen. Die Grundlage der deutschen Variante des Römischen Reiches wurde mit der Kaiserkrönung Otto des Großen 962 geschaffen. Religion war eng mit den politischen Angelegenheiten verflochten. Im Gegensatz zu anderen Monarchien wie Frankreich, England oder Spanien hatte der Kaiser im „Heiligen“ Römischen Reich aber keine starkte Zentralgewalt, sondern war auf die Mitbestimmung der mächtigen Reichsfürsten angewiesen. Es blieb also bis zu seinem Untergang 1806 ein föderales Staatsgebilde, das der Kaiser in einer hierarchischen Ständegesellschaft nur symbolisch verkörperte. Um Frieden unter den Menschen zu gewährleisten, entwickelte sich das Lehnswesen zu einem wichtigen Träger der politischen Ordnung2.

Investiturstreit

Im 11. Jahrhundert kam es zu einer großen Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst. Sie zerstritten sich darüber, ob der weltlichen oder geistlichen Macht die Universalherrschaft über das Reich zustehen würde. Des Weiteren wurden einige Reformen bei der Einsetzung von Bischöfen angestrebt. Ausgehend vom Kloster Cluny entwickelte sich eine kirchliche Reformbewegung, die sich gegen Laieninvestitur, Simonie und Priesterehe richtete. Zum Leitbild dieser Bewegung wurde Papst Gregor VII., der sich für die libertas ecclesiae aussprach und zum Gegenspieler Königs Heinrich IV. wurde. Die Streitigkeiten zwischen Kaiser und Papst mündeten 1076/77 im Gang nach Canossa. Im Reich bildeten einige mächtige Fürsten eine Opposition gegen den Kaiser, durch die seine Macht langfristig geschwächt werden sollte. Heinrich IV. konnte seine Gegner aber besiegen und trieb Gregor in die Flucht. Der Investiturstreit endete 1122 mit dem sogenannten Wormser Konkordat. Aus diesem Konflikt gingen die deutschen Fürsten gestärkt hervor und wurden zu wichtigen Träger der politischen Ordnung, während die Macht des Kaisers geschrumpft war3.

Kreuzzüge

Seit der islamischen Expansion im 7. Jahrhundert waren Teile in Westeuropa, Nordafrika und im Nahen Osten unter muslimischer Herrschaft gestellt worden. Die Muslime bedrohten das Byzantinische Reich und besetzten die Heiligen Stätten Jerusalems. Nachdem die Seldschuken 1085 große Teile des Byzantinischen Reiches erobern konnten, rief Papst Urban II. 1095 zum ersten Kreuzzug auf. Ziele der Kreuzzüge waren zunächst die Befreiung christlicher Gebiete. In der Folgezeit traten bei den Kreuzfahrern aber auch politische und wirtschaftliche Absichten hinzu. Beim Vierten Kreuzzug wurden selbst Teile des Byzantinischen Reiches von den Kreuzfahrern eingenommen. Diese begründeten dort 1204 das Lateinische Kaiserreich. Die Streitigkeiten zwischen römisch-katholischer Kirche im Westen und der griechisch-orthodoxen im Osten ließen den ursprünglichen Zusammenhalt allmählich schwinden. Weitere Versuche von Kreuzzügen scheiterten und endeten mit der Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 14534.

Goldene Bulle

Nachdem die Herrschaft der Staufer im Heiligen Römischen Reich 1250 zusammengebrochen war, begann eine kurze Phase des Machtvakuums – das Interregnum. Da die königliche Zentralgewalt stark geschwächt worden war, stiegen nun die sieben ranghöchsten Fürsten zu den sogenannten Kurfürsten auf. Im Jahr 1356 wurde die Goldene Bulle zu einem wichtigen Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches. Es legitimierte die Kurfürsten zur Königswahl. Bestimmt wurden drei geistliche Erzbischöfe (Trier, Mainz und Köln und drei weltliche Herrscher (Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Sachsen und Markgraf von Brandenburg). Die Goldene Bulle sollte eine rechtmäßige Königswahl sicherstellen und die Wahl von Gegenkönigen verhindern. Diese Bestimmungen stärkten den Einfluss der deutschen Fürsten, an die der deutsche König nun gebunden war. Das Reich entwickelte sich dadurch zu einem föderalen Staatsgebilde. In den folgenden Jahrhunderten bauten die Fürsten in ihren Regionen eigene Staaten auf. Diese Entwicklung ist in der föderalen Bundesrepublik Deutschland bis heute gegenwärtig5.

Übergang zur Frühen Neuzeit

Der Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit wird in der Geschichtsschreibung grob um das Jahr 1500 datiert. Mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches 1453 durch die Osmanen gelangten viele griechische Wissenschaftler und Gelehrte nach Europa. Damit wurde die Grundlage für die Ausbreitung der Renaissance geschaffen. Darüber hinaus war die Reformation 1517 ein wichtiger Einschnitt, da der kirchliche Einfluss auf die Reichspolitik stark zurückgegangen war. Durch die Spaltung des Christentums in verschiedene Konfessionen wurde die Territorialisierung eigener Staaten maßgeblich vorangetrieben. Für die rasante Verbreitung von Luthers Schriften war die Erfindung des Buchdrucks von hinreichender Bedeutung. Auf weltgeschichtlicher Ebene hatte die Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus weitreichende Folgen. Hier geht es zur Epoche der Frühen Neuzeit.






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