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Wiedervereinigung Deutschlands


Die Wiedervereinigung Deutschlands erfolgte am 3. Oktober 1990. Voraussetzend dafür war der Zusammenbruch des SED-Regimes in der DDR. Infolge der anwachsenden Protestwelle der DDR-Bürger war es am 9. November 1989 zur Öffnung der Berliner Mauer gekommen. Die deutsche Einheit beendete die Ära des Kalten Krieges und Ost/West-Konflikts.

Vorgeschichte

Durch die Entspannungspolitik der BRD [Neue Ostpolitik] in den 1970er Jahren konnten die Beziehungen zwischen Ost und West wieder verbessert werden. Sie hielt die Idee einer Wiedervereinigung am Leben. Die vom sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow eingeführten Reformen [Perestroika und Glasnost] leiteten einen Kurswechsel ein. Er gewährte den Ostblockstaaten ihr Selbstbestimmungsrecht und riet auch der DDR zu Reformen. Die DDR-Führung unter Erich Honecker zeigte sich gegenüber Reformen allerdings abgeneigt und hielt am SED-Regime fest.

Montagsdemonstrationen

Im Jahr 1989 hatten sich Polen und Ungarn von ihren sozialistischen Staatssystemen gelöst. Nun machten sich auch die DDR-Bürger politisch aktiv. Auf den sogenannten Montagsdemonstrationen bekundeten sie ihre Unzufriedenheit mit dem politischen System und verlangten Reformen. Zahlreiche Bürgerrechtsgruppen wurden gegründet. Sie deckten die Manipulation der im Mai 1989 durchgeführten Kommunalwahlen auf und instrumentalisieren diese für ihren Protest. Auch Kirchen entwickelten sich zu Zentren der Opposition. Unterdessen stieg die Fluchtbewegung über die geöffneten Grenzen zu Polen und Ungarn an.

„Mauerfall“ am 9. November 1989

Trotz der zunehmenden Kritik am SED-Regime bestand Erich Honecker auf eine Fortsetzung des sozialistischen Staatssystem. Dies verkündete er noch in einer Rede zum 40. Jahrestag der DDR. Die SED-Führung sah sich angesichts der anwachsenden Protestwelle schließlich doch zu Reformen gezwungen. Ein am Abend des 9. November 1989 verkündetes Reisegesetz öffnete die deutsch-deutsche Grenze. Es kam zu einem Massenandrang am Brandenburger Tor. Dieses Ereignis ging als „Mauerfall“ in die Geschichtsbücher ein und markierte den Anfang vom Ende SED-Einparteienherrschaft.

Deutsche Wiedervereinigung

Nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes strebten einige Bürgerrechtsgruppen zunächst eine Reform des politischen Systems an. Bei den Volkskammerwahlen am 18. März 1990 setzten sich die zur „Allianz für Deutschland“ verbündeten Parteien durch. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte zuvor ein „Zehn-Punkte-Programm“ entworfen, mit dem er einen Weg in die deutsche Einheit ebnete. Durch die Wirtschafts- Währungs- und Sozialunion wurden in der DDR die Deutsche Mark und soziale Marktwirtschaft eingeführt. Der Einigungsvertrag regelte den Beitritt der DDR zur BRD. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag stimmten die ehemaligen Besatzungsmächte der deutschen Wiedervereinigung zu, die am 3. Oktober 1990 verwirklicht wurde. Sie beendete zugleich die Epoche des Kalten Krieges und Ost/West-Konflikts.

 

Verfasst von Fabio Schwabe

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