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Ludwig Erhard Biografie


Ludwig Erhard gilt als „Vater“ der Sozialen Marktwirtschaft und Wegbereiter des deutschen „Wirtschaftswunders“ in den 1950er Jahren. Erhard war zwischen 1949 und 1963 Wirtschaftsminister unter der Regierung Adenauers. Anschließend war er für drei Jahre Bundeskanzler in der BRD. Seine Wirtschaftspolitik war grundlegend für die politische Stabilität der jungen Bundesrepublik.

Jugend, Ausbildung und Studium

Ludwig Erhard wurde am 4. Februar 1897 in Fürth geboren. Sein Vater arbeitete als Geschäftsmann im Textilwarenhandel. Im Jahr 1913 begann er eine kaufmännische Lehre als Weißwarenhändler. Diese schloss er drei Jahre später als Einzelhandelskaufmann ab. Im Ersten Weltkrieg wurde Erhard für die Artillerie an der Westfront eingesetzt. Dabei wurde er im Jahr 1918 durch eine Handgranate schwer verwundet. Seine Verdienste für das Militär eröffneten ihm die Möglichkeit zu studieren. Das Studium an der Handelshochschule Nürnberg absolvierte er 1922 als Diplom-Kaufmann. Anschließend folgte das Studium der Betriebswirtschaftlehre in Frankfurt, das er 1925 mit der Promotion abschloss.1

Karriere als Wissenschaftler

Ludwig Erhard arbeitete nach seiner Promotion zunächst als Geschäftsführer im Betrieb seiner Eltern. Zwischen 1928 und 1942 war er „wissenschaftlicher Assistent“ beim „Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware“ an der Handelshochschule in Nürnberg. Später übernahm er auch dessen Leitung. 1942 gründete Erhard sein eigenes Forschungsinstitut. Zwei Jahre später – mitten im Zweiten Weltkrieg – verfasste er seine Denkschrift „Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung“ . Durch diese Denkschrift wurde Ludwig Erhard in der Nachkriegszeit im Jahr 1945 zum Wirtschaftsberater der amerikanischen Besatzungsbehörden in Bayern.

Wirtschaftsberater im Nachkriegsdeutschland

Im Oktober 1945 wurde Ludwig Erhard zum Staatsminister für „Handel und Gewerbe“ in der bayerischen Landesregierung berufen. Unterdessen arbeitete er seit 1947 als Honorarprofessor an der Universität München, drei Jahre später auch in Bonn. Erhard erlangte als Wirtschaftswissenschaftler hohe Popularität. Daher wurde er von amerikanischen Besatzungsbehörden im März 1948 zum „Direktor der Verwaltung für Wirtschaft“ in der Bizone berufen. Parallel zur Währungsreform in den Westzonen am 20. Juni 1948 setzte Erhard die Einführung der freien Preisbildung durch.2

Wirtschaftswunder und Soziale Marktwirtschaft

Von 1949 bis 1963 war Ludwig Erhard Wirtschaftsminister der ersten Bundesregierung unter Konrad Adenauer. Erhards Wirtschaftspolitik orientierte sich an den Düsseldorfer Leitsätzen. Er befürwortete den Ordoliberalismus und vertrat das Konzept einer „Sozialen Marktwirtschaft“. Mit diesem Wirtschaftsmodell, das er 1957 in seinem Buch „Wohlstand für Alle“ bekannt machte, verhalf er der BRD in den 1950er Jahren zum „Wirtschaftswunder“. Auf diese Weise wirkte Ludwig Erhard als Stabilisator für den Aufbau eines demokratisch und wirtschaftlich stabilen Staates. 1963 folgte eine dreijährige Amtszeit als Bundeskanzler. Anschließend zog er sich aus der öffentlichen Politik zurück und starb 1977 in Bonn.3

Verfasst von Fabio Schwabe
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