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  • Die Industrielle Revolution ersetzt die Handarbeit durch moderne MaschinenDie Industrielle Revolution ersetzt die Handarbeit durch moderne Maschinen
  • Durch die Reichsgründung 1871 wächst Deutschland zu einer industriellen und imperialen Großmacht heranDurch die Reichsgründung 1871 wächst Deutschland zu einer industriellen und imperialen Großmacht heran
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  • Karl Marx entwirft mit dem Karl Marx entwirft mit dem "Sozialismus" und "Kommunismus" neue Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle

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Industrielle Revolution

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Die Industrielle Revolution veränderte Technik, Gesellschaft und Politik. Seit 1850 setzte ein Umbruch ein, der Deutschland vom Agrar- zum Industriestaat machte. Durch den Bau von Fabriken, besseren Verkehrssystemen und wirtschaftlicher Produktivität wuchs das deutsche Kaiserreich zu einer imperialencustomAls Imperialismus bezeichnet man das Ziel eines Staates, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen Großmacht heran. Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins war bereits 1834 die wirtschaftliche Einheit der deutschen Einzelstaaten beschlossen worden. Durch die politische Vereinigung der Reichsgründung 1871 setzte ein neuer Aufschwung ein. Die Schattenseite des Wirtschaftswachstums war aber die Spaltung der Gesellschaft. Die Verarmung der Lohnarbeiter führte zur Sozialen Frage und ließ GewerkschaftencustomEine Gewerkschaft ist eine Vertretung von Lohnarbeitern, die ihre Interessen unterstützt  und Arbeitervereine entstehen.

Zweite Industrielle Revolution

Um 1770 setzte bereits in England eine Modernisierung ein, die als Erste Industrielle Revolution bezeichnet wird. England sah sich keiner internationalen Konkurrenz ausgesetzt und konnte in Kolonien Rohstoffe exportieren. Die Textilindustrie gehörte zum Leitsektor der englischen Wirtschaft. In Deutschland erhöhte sich die Produktivität erst ab 1850, daher der Name Zweite Industrielle Revolution. Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufschwung waren Bevölkerungswachstum, Bodenschätze und neue technische Erfindungen. Derartige Prozesse wurden vorher durch LeibeigenschaftcustomLeibeigene waren vom Mittelalter bis in die Neuzeit Menschen, die einem Leibherrn unterstanden. Als Bauer musste er diesem Abgaben zahlen und ZünftecustomZünfte waren bis ins 19. Jhd. existierende Zusammenschlüsse von Handwerkern. In ihnen sollten allgemeine Interessen gewahrt werden eingeschränkt. Durch die BauernbefreiungcustomDie Bauernbefreiung war ein lang andauernder Prozess im 19. Jahrhundert, der die Bauern von ihren Pflichten gegenüber dem Leibherrn befreite , Abschaffung der Zünfte und die Einführung der GewerbefreiheitcustomGewerbefreiheit erlaubt jedem Menschen, sich gewerblich zu betätigen. Dieses Wirtschaftssystem gilt als Gegensatz zum Feudalismus, in dem es fest vorgeschriebene Abhängigkeiten gab  konnte sich der freie Markt schließlich entfalten1.

Technische Veränderungen

Rohstoffe wie Kohle und Eisen bildeten die Grundlage für den Aufschwung der deutschen Industrie. Die Schwerindustrie wurde durch den Abbau solcher Bodenschätze zum wichtigen Motor des Wirtschaftswachstums. Mit dem Eisenbahnbau konnte das Verkehrssystem ausgebaut werden. Import und Export wurden dadurch beschleunigt. Die Dampfmaschine ersetzte Arbeitsprozesse, für die vorher mehrere Arbeiter benötigt wurden. Gleichzeitig wurde die Produktivität gesteigert. Fabriksysteme ermöglichten Massenproduktion und ließen Unternehmer, die viel Kapital in ihr Geschäft steckten, reich werden. Diese Prozesse bauen auf der Theorie des WirtschaftsliberalismuscustomWirtschaftsliberalismus ist eine wirtschaftliche Theorie von Adam Smith. Er äußert sich darin, dass sich der freie Markt ohne staatliche Eingriffe selbst steuern solle von Adam Smith auf2.

Soziale Frage

Vom freien Markt konnten längst nicht alle profitieren. Die Gesellschaft spaltete sich in zwei Lager. Auf der einen Seite standen die reich gewordenen Unternehmer, die über Fabriken verfügten und ihren Arbeitern minimalen Lohn auszahlten. Diese lohnabhängigen Arbeiter bildeten das andere Lager, das auch als ProletariatcustomProletariat ist die Bezeichnung für die im 19. Jahrhundert entstandene lohnabhängige Arbeiterschicht bezeichnet wird. Da die Zünfte abgeschafft wurden, konnten die Fabrikbesitzer nun über ihre Arbeitskräfte frei bestimmen. Bedingt wurden diese Umstände dadurch, dass es zu viele Arbeiter für eine Stelle gab. Daher konnte der Unternehmer Arbeit für geringen Lohn anbieten. Die Folge davon war Massenarbeitslosigkeit. Zudem konnten Familien, die Heimarbeit betrieben, nicht mehr mit den großen Fabriken mithalten. Diese Misstände äußerten sich in Verarmung, Kinderarbeit, fehlender sozialer Absicherung und langen Arbeitszeiten. Eines der populärsten Ereignisse in diesem Kontext markierte der Schlesische Weberaufstand 1844. Hier geht es zum Artikel über die Soziale Frage.

Lösungsansätze der Sozialen Frage

Die Verarmung der Arbeiterschaft erbrachte neue Ideen von Philosophen, die Antworten auf die Soziale Frage zu finden versuchten. Als Leitbilder der Arbeiterbewegung gelten Karl MarxcustomKarl Marx, Philosoph, Gesellschaftstheoretiker und Leitbild der Arbeiterbewegung. Auf seinen Theorien bauen Sozialismus und Kommunismus auf und Friedrich EngelscustomFriedrich Engels, Philosoph und Gesellschaftstheoretiker. Mit Karl Marx rief er eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftsform ins Leben. Sie schufen neue Lösungsansätze und sahen das Grundproblem der sozialen Not im KapitalismuscustomKapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf dem freien Markt beruht. Kritisiert wurde die Ausbeutung der Lohnarbeiter durch die reichen Fabrikbesitzer. Ursache dafür sei die freie Verfügung über Kapital. Auf diesen Theorien bauen die Ideologien des SozialismuscustomSozialismus ist eine im 19. Jahrhundert entstandene Strömung, die soziale Gerechtigkeit und Rechte der Arbeiterschaft betont. Sie ist Gegner des Kapitalismus  und KommunismuscustomKommunismus ist nach der Theorie von Karl Marx die nächste Stufe des Sozialismus. In dieser Gesellschaftsform solle das Kapital ganz abgeschafft werden und jeder im Sinne des Allgemeinwohls arbeiten  auf, die Gleichheit der Gesellschaft und Rechte der Arbeiterschaft betonen3. Hier geht es weiter zum Artikel über Basis und Überbau.

Imperialismus

Die technischen Entwicklungen hatten auch politische Folgen. Durch die Reichsgründung 1871 wuchs Deutschland zu einer imperialencustomAls Imperialismus bezeichnet man das Ziel eines Staates, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen Großmacht heran. Als Kaiser Wilhelm II.customWilhelm II. war von 1888 bis 1918 Kaiser des deutschen Reiches. Seine Politik war geprägt vom Imperialismus, der Deutschland und Europa in den Ersten Weltkrieg stürzte  an die Macht kam, wollte er für das Deutsche Kaiserreich einen „Platz an der Sonne“ sichern. Gemeint war damit, dass Deutschland die führende Weltmacht Europas werden solle. Auch England, Frankreich und USA dehnten ihren Herrschaftsbereich aus und gründeten in Afrika eigene Kolonien. Durch die Industrialisierung modernisierte sich auch die Waffentechnologie4. Die Spannungen zwischen den europäischen Großmächten führten 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

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19. Jhd.


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