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  • Reichspräsident Hindenburg regierte seit 1930 mit Präsidialkabinetten und setzte damit die Demokratie außer KraftReichspräsident Hindenburg regierte seit 1930 mit Präsidialkabinetten und setzte damit die Demokratie außer Kraft
  • Zur Ideologie der Nazis gehörten Führerkult und Volksgemeinschaft (Bild eines Reichsparteitags der NSDAP in Nürnberg)Zur Ideologie der Nazis gehörten Führerkult und Volksgemeinschaft (Bild eines Reichsparteitags der NSDAP in Nürnberg)
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  • Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurden die Freiheits- und Grundrechte durch Notverordnungen eingeschränktNach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 wurden die Freiheits- und Grundrechte durch Notverordnungen eingeschränkt
  • 1934 wurde SA-Führer Ernst Röhm (Mitte) ermordet. Damit war der letzte innere Gegner der NSDAP beseitigt1934 wurde SA-Führer Ernst Röhm (Mitte) ermordet. Damit war der letzte innere Gegner der NSDAP beseitigt

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Quellenverweise

Nationalsozialismus (Drittes Reich)

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Die Weltwirtschaftskrise 1929 hatte Deutschlands politische und wirtschaftliche Ordnung schwer belastet. 1930 führte Reichspräsident Hindenburg per Notverordnung Präsidialkabinette ein, durch die er die Demokratie praktisch außer Kraft setzte. Im selben Jahr erzielte die NSDAP einen großen Wahlerfolg und konnte erstmals in den Reichstag einziehen. Von 1930 bis 1933 gab es mit Brüning, von Papen und Schleicher insgesamt drei Reichsregierungen, die die politische Ordnung aber nicht verbessern konnten. Da die NSDAP mittlerweile die meisten Wähler auf ihre Seite gezogen hatte, ernannte Hindenburg auf Vorschlag von Papens Hitler am 30. Januar 1933 zum neuen Reichskanzler. In dieser neuen Regierung erhoffte sich von Papen, die NSDAP von wichtigen Schlüsselpositionen fernzuhalten zu können.

3 Säulen des Nationalsozialismus

Die Propaganda der Nationalsozialisten ließ sich an den folgenden 3 Säulen charakterisieren: Mit Adolf Hitler verfügte die NSDAP über einen charismatischen Redner, der die Massen überzeugen konnte und sich als der Retter in der Not darstellte. Um ihn entwickelte sich ein Führerkult. Die zerrissene Gesellschaft wollte er durch eine Volksgemeinschaft zusammenschmieden. Ein weiteres Ziel der Nazis war die Lebensraumpolitik. Gebiete in Osteuropa sollten demnach erobert und zu einem „Großdeutschen Reich“ zusammengeschlossen werden. Der Rassismus war die dritte Säule: die Nazis teilten die Weltbevölkerung in Menschenrassen auf, von denen die Arier die Herrenrasse seien. Slawen, Juden, Sinti und Roma wurden als Unmenschen angesehen, die durch Rassenhygiene vernichtet werden sollten, um die arische Rasse aufzuwerten. Dies wurde durch den sogenannten Sozialdarwinismus gerechtfertigt.

NSDAP

Wegen der Empörung über das Friedensdiktat von Versailles gründete sich in Bayern 1919 die Deutsche Arbeiterpartei. Sie war Vorgängerpartei der NSDAP und hatte das Ziel, den Versailler Vertrag rückgängig zu machen. Sie verbreitete die Dolchstoßlegende und machte Adolf Hitler zu ihrem Parteiführer. Um die Demokratie mit Gewalt umzustürzen, organisierten sie 1923 den Hitler-Ludendorff-Putsch. Nachdem dieser Versuch gescheitert war, wurde Hitler vorerst verhaftet und die NSDAP verboten. Während seiner Gefängniszeit schrieb er das Buch Mein Kampf. Wegen guter Führung wurde er schon 1925 aus der Haft entlassen. Danach formierte sich die NSDAP neu und versuchte nun durch Teilnahme an Wahlen an die Macht zu kommen. Mit Unterstützung der SA und Propaganda gelang es ihr, die politische und wirtschaftliche Notsituation auszunutzen. 1930 zog sie erstmals als zweitstärkste Partei hinter der SPD in den Reichstag ein. Hier geht es zum ganzen Artikel über die NSDAP.

Machtergreifung

Seit 1930 regierte Reichspräsident Hindenburg mit Notverordnungen und setzte damit die Demokratie außer Kraft. Am 30. Januar 1933 entschied er sich für Hitler als neuen Reichskanzler. Zunächst sollten die Nazis aber von wichtigen Schlüsselpositionen ferngehalten werden. Der Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 markierte praktisch den Beginn der Diktatur. Nach diesem Attentat wurden die Grundrechte per Gesetz erheblich eingeschränkt. Der Straßenterror der SA schüchterte politische Gegner gewaltsam ein. Auf dem Tag von Potsdam am 21. März 1933 holten sich Hitler und die NSDAP schließlich die Sympathien auf ihre Seite. Am 24. März verabschiedete die Reichsregierung das Ermächtigungsgesetz, wodurch Gesetze beschlossen werden konnten, die von der Verfassung abwichen1. Hier geht es weiter zum Artikel über die Machtergreifung.

Gleichschaltung

Nach dem Reichstagsbrand und den Notverordnungen schuf die NSDAP einen Ausnahmezustand, durch den Deutschland allmählich in eine Diktatur umgewandelt wurde. Am 2. Mai 1933 wurden Gewerkschaften zerschlagen und Politiker der SPD verhaftet. Per Gesetz erklärte sich die NSDAP zur allein legitimierten Partei. Es folgte nun eine Politik der Gleichschaltung. Gesellschaft und Politik wurden in allen deutschen Ländern vereinheitlicht. Mit der SS, SD und Gestapo unterstanden den Nazis ein mächtiger Polizeiapparat, der politischen Widerstand ganz ausschaltete. Den letzten politischen Gegner gab es in der Führungsetage der SA. Ernst Röhm wollte den Lohn dafür, dass er der NSDAP mit der Gewalt der SA zum Aufstieg verholfen hatte. Im sogenannten Röhm-Putsch 1934 wurde er schließlich ermordet. Als Reichspräsident Hindenburg im selben Jahr starb, machte sich Hitler auch dessen Amt zu Eigen. Damit war Deutschland praktisch ein Führerstaat2. Hier geht es zum Artikel über die Gleichschaltung.

Judenverfolgung

Antisemitismus bildete ein Kernpunkt der nationalsozialistischen Ideologie. Bereits im April 1933 wurde mit dem Berufsbeamtengesetz festgelegt, jüdische Beamte aus ihrem Dienst zu entlassen. Die Nürnberger Rassengesetze 1935 schränkten die Grundrechte der Juden in Deutschland zunehmend ein. Das Reichsbürgergesetz entzog den Juden ihre deutsche Staatsangehörigkeit. Mit dem Blutschutzgesetz wurde die Ehe zwischen Juden und Nicht-Juden verboten. Am 9. November 1938 kam es bei der Reichspogromnacht zu gewaltsamen Zerstörungen und Plünderungen jüdischer Geschäfte und Synagogen. Im Zweiten Weltkrieg folgte eine systematische Deportation und Vernichtung der europäischen Juden. Auf der Wannseekonferenz 1942 wurde die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen3. Hier geht es zum ganzen Artikel über den Holocaust.

Außenpolitik & 2. Weltkrieg

Das NS-Regime setzte alles daran, die Bestimmungen des Versailler Vertrags rückgängig zu machen. Vor allem sollten Gebiete in Osteuropa erobert werden, um Platz für die „arische“ Rasse zu schaffen. Nachdem 1935 die Wehrpflicht wiedereingeführt und 1936 das entmilitarisierte Rheinland besetzt worden war, folgte 1938 der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Großbritannien und Frankreich verhielten sich zurückhaltend und betrieben eine Appeasament-Politik. Die Sudetenkrise wurde zu einem ersten internationalen Konflikt. Mit dem Münchener Abkommen wurde Deutschland zunächst die Eingliederung des Sudetenlandes gewährt. Nachdem deutsche Truppen 1939 einen Großteil der Tschechoslowakei eingenommen hatten und im September in Polen einmarschierten, begann der Zweite Weltkrieg4. Zum ganzen Artikel über die NS-Außenpolitik geht es hier.

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