Gründe für das Scheitern der DDR

Warum scheiterte die DDR? Deutschland war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in vier Besatzungszonen aufgeteilt worden. Seitdem Ostdeutschland 1945 unter sowjetische Besatzung gestellt worden war und 1949 ein eigener Staat wurde, musste die DDR den Befehlen aus Moskau folgen. Als politische Ordnung wurde der Sozialismus eingeführt. Offiziell war die DDR eine Demokratie, doch faktisch regierte die SED in einer Einparteienherrschaft. Auch wirtschaftlich stand sie deutlich im Schatten der BRD, sodass es eine hohe Abwanderungswelle nach Westen gab.

Wirtschaftliche Faktoren

Die BRD und die westlichen Staaten Europas erhielten nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs wirtschaftliche Hilfsleistungen aus den USA, den Marshallplan. In der DDR wurde der Wiederaufbau durch Zwangsdemontagen und Kriegsentschädigungen an die Sowjetunion deutlich gehemmt. Mit der Planwirtschaft übernahm die DDR zwangsweise ein sowjetisches Modell, in dem der Staat alle wirtschaftlichen Prozesse zentral festlegte. Nach dem Ideal des Sozialismus sollten Klassenunterschiede in der Gesellschaft überwunden werden. Privateigentum wurde abgeschafft, Ackerflächen gehörten nun dem Staat. Doch mit diesem System erzielte die DDR nur geringe Produktivität. Im Verglich zum Wirtschaftswunder in der BRD blieb der Lebensstandard in der DDR deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. Die hohe Abwanderungswelle nach Westen führte dazu, dass 1961 die Berliner Mauer, offiziell als antifaschistischer Schutzwall, gebaut wurde1.

Einparteienherrschaft

Nachdem die SPD 1946 mit der KPD zur SED verschmolzen wurde, manifestierte sich die DDR allmählich zum Einparteienstaat. Obwohl andere Parteien erlaubt waren und die DDR offiziell den Titel einer Demokratie trug, blieb die SED die tonangebende Partei. Nachdem sie sich 1950 zum Marxismus-Leninismus bekannt und 1952 den Aufbau des Sozialismus beschlossen hatte, wurden Staat und Gesellschaft streng kontrolliert. Die Volkskammer galt als das mächtigste politische Organ, indem neben der SED auch die anderen Parteien gewählt werden konnten. Wahlen fanden allerdings nur nach Einheitslisten statt, auf denen die Kandidaten schon im Voraus von der SED bestimmt worden waren. Um die Herrschaft der SED sicherzustellen, wurde das Ministerium für Staatssicherheit eingeführt, was Bespitzelung und Unterdrückung zur Folge hatte. Presse- und Meinungsfreiheit waren Fehlanzeige2. Hier geht es zum politischen System der DDR.

Zerfall der Sowjetunion

In den 1980er Jahren war die Sowjetunion in eine wirtschaftliche Krise geraten. 1985 führte der neue sowjetische Staatschef Gorbatschow mit Perestroika und Glasnost Reformen ein. Die Wirtschaft wurde nun weniger zentral vom Staat gelenkt. Auch die Pressezensur wurde aufgehoben. Dieses Reformprogramm bot Gorbatschow allen anderen sozialistischen Staaten im Ostblock an. In der DDR hielt SED-Generalsekretär Erich Honecker aber eifrig am alten System fest. Doch da sich die Sowjetunion nun aus den innenpolitischen Angelegenheiten anderer Länder heraushielt, hatte die DDR-Regierung ihre wichtigste Stütze verloren. Anders als beim “Volksaufstand” vom 17. Juni 1953 war die DDR nun auf sich allein angewiesen3.

Öffnung der Grenzen

Die Entspannungspolitik der 1970er Jahre hatte die Reisemöglichkeiten zwischen BRD und DDR etwas erleichtert. Da sich Polen und Ungarn Ende der 1980er Jahre von der Vorherrschaft der Sowjetunion losgelöst hatten, wurden Forderungen nach Reformen immer lauter. Die Grenzen in Polen und Ungarn waren mittlerweile aufgehoben, sodass zahlreiche DDR-Bürger nach Westen ausreisten. Als die Protestwelle am 9. November 1989 ihren Höhepunkt erreichte, lenkte die SED ein. Ein neues Reisegesetz erlaubte nun die Ausreise, ohne dass konkrete Gründe genannt werden mussten. Mit der Öffnung der Grenze zur BRD verlor die SED an Macht. Durch den Einigungsvertrag trat die DDR schließlich am 3. Oktober 1990 der BRD bei4. Hier geht es zum Artikel über den “Mauerfall“.

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Übersichtsbild: Berlin, XI. SED-Parteitag, Eröffnung (1986), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 183-1986-0417-414 / Franke, Klaus / CC-BY-SA 3.0

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 03.09.2015 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 11.03.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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