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Gründung der DDR


Am 7. Oktober 1949 wurde in der sowjetischen Besatzungszone die DDR gegründet. Sie verstand sich als demokratischer, sozialistischer und antifaschistischer Staat. Bis 1990 sicherte sich die SED einen totalitären Herrschaftsanspruch. In der Praxis handelte es sich um einen Einparteienstaat ohne Gewaltenteilung.

Vorgeschichte

In der Nachkriegszeit war Deutschland seit Mai 1945 von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auf der Potsdamer Konferenz kam es aufgrund unvereinbarer Ziele zu einem Konfrontation. In der ostdeutschen Besatzungszone führte die SMAD eine Bodenreform durch, die die Sozialstruktur verändern sollte. Für den politischen Aufbau wurde die „Gruppe Ulbricht“ – ein Kader kommunistischer Politiker – beauftragt. 1946 kam es zur Zwangsvereinigung zwischen SPD und KPD. Im Zuge der Entnazifizierung wurden Schlüsselpositionen in Verwaltung, Polizei und Justiz mit kommunistischen Funktionären besetzt. Als Reaktion auf die Gründung des westdeutschen Staates wurde am 7. Oktober 1949 die DDR proklamiert.1

Politisches System der DDR

Die DDR verstand sich als demokratischer, sozialistischer und antifaschistischer Staat. In der Praxis handelte es sich jedoch um einen SED-Einparteienstaat ohne Gewaltenteilung. Die Volkskammer verkörperte offiziell das höchste politische Organ. Die Zusammensetzung der Abgeordneten wurde im Vorhinein über Einheitslisten festgelegt. Auf diese Weise sicherte sich die SED ihren Herrschaftsanspruch, der alle Bereiche des öffentlichen Lebens – durch Massenorganisationen – durchdrang. Formal existierten auch andere Parteien, die allerdings in einer Nationalen Front zusammengefasst waren. Die faktisch oberste Regierungsgewalt oblag dem Politbüro der SED.2

Aufbau des Sozialismus

Im Jahr 1952 beschloss die SED – nach sowjetischen Vorbild – den planmäßigen Aufbau des Sozialismus in der DDR. Infolgedessen wurden Industriebetriebe verstaatlicht und die Landwirtschaft – durch LPGs – kollektiviert. Es folgten der zentralistische Staatsaufbau und die Gleichschaltung in Politik, Gesellschaft und Kultur. Die SED bekannte sich nun offiziell zur Ideologie des Marxismus-Leninismus. Die Wirtschaft in der DDR wurde – in Form von 5-Jahresplänen – durch eine staatlich organisierte Planwirtschaft gelenkt. Der niedrige Lebensstandard mündete am 17. Juni 1953 in einen „Volksaufstand“ und hatte eine zunehmende Abwanderungswelle in den Westen zur Folge. Um die Massenflucht zu stoppen, reagierte die DDR-Führung 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer.3

Ostintegration der DDR

Als Reaktion auf die in der BRD betriebenen Westintegration wurde die DDR politisch und wirtschaftlich an die Sowjetunion und den von ihr beherrschten Ostblock gebunden. 1950 trat sie dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe bei. Seit 1955 war sie Gründungsmitglied des Warschauer Pakts. Da der BRD durch den Deutschlandvertrag die Wiederbewaffnung gewährt worden war, verfügte auch die DDR wieder über Streitkräfte. Formell erhielt die DDR die eigene Souveränität. In der Praxis stand sie jedoch im engen Austausch mit der KPdSU und war ihren Weisungen untergeben.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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