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Spartakusaufstand

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Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution 1918 wurde Deutschland demokratisiert. Reichskanzler Max von Baden übergab Friedrich Ebert die Regierungsgeschäfte. Mit dem Rat der Volksbeauftragten wurde eine provisorische Regierung eingesetzt, in der MSPD– und USPD-Mitglieder über die künftige Regierungsform entscheiden sollten. Als eine Mehrheit für die Einführung einer parlamentarischen Demokratie gestimmt hatte, radikalisierten sich linksextremistische Anhänger und lösten im Januar 1919 den Spartakusaufstand aus.

Ursachen

Nach der Novemberrevolution war es zwischen der MSPD und USPD zu Unstimmigkeiten über die künftige Regierungsform gekommen. Während MSPD-Mitglieder für die Einführung einer parlamentarischen Demokratie plädierten, forderten USPD und Spartakusbund eine sozialistische Räterepublik nach Vorbild der Russischen Revolution. Dafür wurde ein Rat der Volksbeauftragten eingesetzt, der aus jeweils drei MSPD- und USPD-Vertretern bestand. Eine Vorentscheidung fiel auf dem im Dezember 1918 tagenden Reichsrätekongress, bei dem sich eine Mehrheit für die parlamentarische Demokratie entschied. Zugleich hatte Friedrich Ebert mit General Wilhelm Groener einen geheimen Pakt geschlossen, um gemeinsam gegen linksrevolutionäre Gruppierungen vorzugehen. Infolgedessen traten die drei USPD-Vertreter am 29. Dezember von dem Rat zurück. Als Friedrich Ebert am 4. Januar 1919 den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn absetzen ließ, radikalisierten sich linksradikale Aktivisten und lösten eine Revolte aus.1

Spartakusaufstand

Unmittelbar nach der Entlassung Eichhorns als Polizeipräsident entschieden sich die Berliner USPD-Führung und sogenannte Obleute für eine Demonstration. Sie wollten die Wahlen zur Nationalversammlung verhindern und eine Räterepublik ausrufen. Die Revolutionäre besetzten Druckereien sozialdemokratischer Zeitungen wie den Vorwärts. USPD- und KPD-Führer bildeten am 5. Januar einen „Revolutionsausschuss“, der einen Generalstreik auslöste und die Berliner Bevölkerung zum Sturz der Regierung Eberts aufforderte. Unter den Revolutionären kam es daraufhin zu Unstimmigkeiten über die weitere Vorgehensweise. Während Karl Liebknecht für den radikalen Sturz der Reichsregierung stimmte, setzte sich Rosa Luxemburg für Verhandlungen mit Ebert ein. Am 7. Januar bestimmte Ebert Gustav Noske als obersten Leiter für die Aufstellung von Freikorps. Diese stürmten am 11. Januar das von den Spartakisten besetzte Zeitungsviertel und schlugen den Aufstand blutig nieder. Über hundert Revolutionäre und Zivilisten wurden von den Militärs getötet. Wenige Tage später wurden auch die populären Anführer Liebknecht und Luxemburg ermordet.2

Folgen

Die gewaltsame Niederschlagung des Spartakusaufstandes löste in Deutschland weitere Unruhen aus. Von der Regierung Ebert wurden Freikorps unter der Leitung von Gustav Noske damit beauftragt, weitere Umsturzversuche zu verhindern. Dazu gehörte auch die Zerschlagung der im April 1919 gegründeten Münchner Räterepublik. Für die politische Zukunft der Weimarer Republik hatte der Spartakusaufstand gravierende Folgen. Durch den Streit zwischen der MSPD und USPD kam es zum endgültigen Bruch der Arbeiterbewegung. Die SPD konnte in der Folgezeit nie die absolute Mehrheit erreichen und war somit auf die Koalition mit anderen Parteien angewiesen.3

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