Historisches Quellenmaterial

Wahlplakat der NSDAP (1932)


Die Weltwirtschaftskrise von 1929 leitete den Untergang der Weimarer Republik ein. Gleichzeitig entwickelte sich die NSDAP zur stärksten politischen Kraft, da sie ihre Wähler mit einfachen Argumenten – Arbeit und Brot – zu überzeugen wusste. Dies wird anhand eines Wahlplakates für die preußische Landtagswahl am 24. April 1932 deutlich:

Wahlplakat der NSDAP (1932)

Hälst Du den Hunger für notwendig? Du hast Dich vielleicht schon drein gefunden? 20 Millionen Deutsche hungern ja mit – aber für die Kinder wäre es vielleicht doch besser, sie hätten mehr Milch, und man könnte ein kräftiges Essen kochen? Morgen gehst Du wieder zum Arbeitsamt und stempeln. Sonst hast Du morgen nichts zu tun – Du bekommst ja immer neue Genossen. Seit die Regierung Brüning im Amt ist, haben die Arbeitslosen um vier Millionen zugenommen. Glaubst Du, daß sie abnehmen werden, ohne da0 man die Methoden ändert?

Draußen auf den Feldern wächst das Brot. Aber der Bauer kann das Korn nicht mehr verkaufen. Er ist arm geworden und läßt den Acker brach liegen. – Warum, wozu? – Du hättest gerne das Brot, das Fleisch, die Milch […]. Du würdest gerne dafür arbeiten. Der Bauer auch, wenn er es verkaufen könnte. Aber zwischen Euch steht eine unsichtbare Mauer. Jede Notverordnung ist ein Stein, der sie höher baut. Morgen wird die Not größer geworden sein. Und dabei trägt der deutsche Boden fast alles, was wir brauchen. Man könnte dafür sorgen, daß in wenigen Jahren die deutschen Ernten für das ganze Volk reichen würden und daß keine Milliarden für Lebensmittel mehr ins Ausland gehen. Warum tut man das eigentlich nicht?

In den deutschen Bergwerken liegen die Kalisalze, die der Bauer zum Düngen braucht. Die Schächte liegen still, die Bergarbeiter stempeln. Auf den Wiesen und Äckern ist zuviel Wasser. Man könne sie dränieren. Aber die Arbeiter gehen stempeln und die Unternehmer pleite. Warum eigentlich? Es ist alles da, was wir brauchen: Der Boden, der das Brot trägt, die Hände, die arbeiten, die Maschinen, die in Fülle alles erzeugen können, was wir brauchen. Warum setzen wir uns hin und hungern? Die Steine liegen da für Häuser. Im Wald verfault das Holz. Wir aber wohnen in elenden Löchern und stempeln.

Glaubst du noch, daß das alles so sein muß? Dann geh hin und wähl‘ diejenigen, deren Art zu regieren das Elend nicht geändert und jährlich vergrößert hat. Hast Du noch einen kleinen Funken Hoffnung, dann wähle Nationalsozialisten! Denn sie sind der Ansicht, daß sich das alles ändern läßt. Was sagt Adolf Hitler darüber? – Gar nichts! – Adolf Hitler würde etwas tun! Er würde nicht stillsitzen und warten, bis es dem Ausland wieder gefällt, Geld zu pumpen! „Im Anfang war nicht das Geld, sondern die Tat!“ Nicht das Geld schafft die Arbeit, sondern die Arbeit schafft das Geld! Es muß endlich mit dem Standpunkt gebrochen werden, daß Nichtstun billiger sei, als Arbeiten, weil Arbeiten Geschäftsunkosten macht. Was Adolf Hitler tun würde, ist vorbereitet und fertig. Er wartet auf den Tag, an dem auch Du Dich für ihn entscheidest, damit er helfen kann.

Mach mit am Aufbau! Leg‘ Hand an! Du magst bis heute gewesen sein, was Du willst, in unseren Reihen bist Du Bruder und Volksgenosse. Hast Du aber keine Hoffnung mehr, dann bleib mit Deinen Kindern im Elend. Morgen wird es wieder größer geworden sein. Die Nationalsozialisten können helfen! Die Nationalsozialisten wollen helfen! Aber Du mußt ihnen die Macht dazu geben! Deshalb wählt Nationalsozialisten (Hitlerbewegung) – Liste 8.

Zitiert nach: Heinrich Bennecke, Wirtschaftliche Depression und politische Radikalismus 1918-1938, München 1970, S. 354f. 

Verfasst von Fabio Schwabe

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