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Ende der Weimarer Republik


Die Weltwirtschaftskrise 1929 führte den Untergang der Weimarer Republik herbei. Nach dem Bruch der Großen Koalition regierten seit 1930 – auf Grundlage des Notverordnungsrechts – sogenannte Präsidialkabinette. Die politische und wirtschaftliche Krise verhalf der rechtsextremen NSDAP zu großen Wahlerfolgen. Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann der Ausbau der NS-Diktatur.

Weltwirtschaftskrise 1929

Seit 1924 war die deutsche Wirtschaft durch US-amerikanische Kredite des Dawes-Plan unterstützt worden. Sie ermöglichten eine relative Stabilisierung und eine Ära der „Goldenen 20er Jahre“ . Im Oktober 1929 ereignete sich in den USA ein Börsencrash. Durch diesen Kurssturz zogen viele Amerikaner ihre Kredite aus Deutschland (und Europa) ab. Die Weltwirtschaftskrise hatte daher unmittelbare Folgen für die deutsche Wirtschaft. Banken, Industrie und Handel brachen ein. In Deutschland herrschte nun Massenarbeitslosigkeit, die sich zu einer politischen Dauerkrise entwickelte.

Präsidialkabinette

Im März 1930 brach die Regierung der Großen Koalition zusammen, da sich die regierenden Parteien nicht über den Betrag der staatlichen Arbeitslosenversicherung einigen konnten. Der Bruch offenbarte, dass langfristig stabile Regierungen unmöglich wurden. In dieser Situation nutzte Reichspräsident Hindenburg sein in der Weimarer Verfassung verankertes Notverordnungsrecht. Die seit 1930 eingesetzten Regierungen – sogenannte Präsidialkabinette – waren nicht mehr vom Vertrauen des Parlaments abhängig. Der Reichstag war de facto entmachtet. Deutschland entwickelte sich von einer parlamentarischen Demokratie zum Präsidialregime.

Politische Radikalisierung

Von der politischen und wirtschaftlichen Krise konnte vor allem die NSDAP profitieren. Auf der Reichstagswahl 1930 wurde sie mit 18,3% der Wählerstimmen zur zweitstärksten Kraft. Unterdessen gewannen die rechtsnationalen Gruppen an Zulauf. Im Oktober 1931 verbündeten sie sich in der „Harzburger Front“ gegen die amtierende Regierung des Kabinett Brünings. Die Parteien unterhielten außerdem eigene Privatarmeen, die das staatliche Gewaltmonopol außer Kraft setzten. Die Reichstagswahl im Juli 1932 machte die NSDAP mit 37,3% zur stärksten politischen Kraft.

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler

Trotz der enormen Wahlerfolge verweigerte Reichspräsident Hindenburg weiterhin Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Langfristig stabile Regierungen – ohne die NSDAP – schienen zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht realisierbar. Eine Schlüsselfunktion kam in diesem Zusammenhang Franz von Papen zu. In einem Geheimtreffen am 4. Januar 1933 beriet er – gemeinsam mit Hitler und Hindenburg – über eine Regierungsbeteiligung der NSDAP. Von Papen verfolgte das „Zähmungskonzept“ . Nach diesen Geheimverhandlungen wurde Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt. Kurz darauf begann die nationalsozialistische „Machtergreifung“ .

Gründe für den Aufstieg der NSDAP

Bis zur Reichstagswahl 1930 hatte die NSDAP keine nennenswerte politische Rolle gespielt. Ihr Aufstieg wurde durch die Weltwirtschaftskrise 1929 begünstigt. Die Weimarer Republik erwies sich als instabil und ließ sich seit 1930 nur noch durch Präsidialkabinette regieren. Durch ihre auf die Massen ausgerichtete Propaganda konnte die NSDAP zahlreiche Wähler aus der Mittelschicht und Nichtwähler mobilisieren. Hitler erschien als „Retter in der Not“ und versprach Ordnung. Dass sich die NSDAP von einer Randpartei zur stärksten politischen Kraft entwickeln konnte, lag auch an der Spaltung der Arbeiterbewegung. Sozialdemokraten und Kommunisten waren verfeindet und stellten keine einheitliche Gegenkraft zu den Nationalsozialisten dar.

Verfasst von Fabio Schwabe

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