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Rosa Luxemburg Biografie


Rosa Luxemburg war eine bedeutende Vertreterin der Arbeiterklasse. Als Politikerin, Redakteurin und Freiheitskämpferin setzte sie sich für eine sozial gerechte Gesellschaftsordnung ein. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges sorgte sie für die Spaltung der SPD, da sie eine radikale Revolution befürwortete. Infolge des 1919 niedergeschlagenen Spartakusaufstandes fielen sie und andere Putschisten den Freikorps zum Opfer.

Herkunft und Studium

Rosa Luxemburg wurde wahrscheinlich am 5. März 1871 als Tochter eines Holzhändlers im polnischen Zamość geboren. Ihre Familie war jüdisch. Luxemburg wuchs in relativ wohlhabenden Verhältnissen auf und genoss eine humanistische Bildung. Sie lernte neben der polnischen auch die deutsche, russische, lateinische und altgriechische Sprache. 1873 zog sie mit ihren Eltern nach Warschau und besuchte dort seit 1884 das Zweite Frauengymnasium. In dieser Zeit beschäftigte sie sich mit den Schriften des Karl Marx und trat der Gruppe „Zweites Proletariat“ bei. Ihr Abitur schloss sie 1888 als „Klassenbeste“ ab. Da ihre Geheimverbindungen zur sozialistischen Bewegung jedoch bekannt wurden, musste sie aus Warschau fliehen und zog nach Zürich. Dort schrieb sie sich 1889 an der Universität ein, um u. a. Wirtschaft, Geschichte und Rechtswissenschaften zu studieren.1

Kontakte zur Arbeiterbewegung

Da in Zürich viele politisch verfolgte Sozialisten lebten, kam Rosa Luxemburg in Kontakt mit der Arbeiterbewegung. 1893 gründete sie mit ihren Bekannten die SDKP und Zeitschrift „Sache der Arbeiter“ in Paris. Luxemburg schrieb zahlreiche Aufsätze, in denen sie sich für eine internationale Revolution der Arbeiterschaft einsetzte. Ein Jahr später nahm sie am ersten Kongress der Arbeiterpartei in Warschau teil. 1897 promovierte Rosa Luxemburg an der Universität Zürich mit der Arbeit „Polens industrielle Entwicklung“. Kurz darauf entschied sie sich für eine Übersiedlung nach Deutschland, um dort in der SPD mitzuwirken. Dafür ging sie eine Scheinehe mit Gustav Lübeck ein, sodass sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt. Seit 1898 wohnte Luxemburg in Berlin.2

Spaltung der Arbeiterbewegung

Im Jahr 1899 veröffentlichte Luxemburg ihren Aufsatz „Sozialreform oder Revolution?„, der in der Leipziger Volkszeitung erschien. Darin befürwortete sie eine sozialistische Revolution der Arbeiterschaft. Sie lehnte Eduard Bernsteins Idee einer Reform entschieden ab. In den Jahren 1904 und 1906 musste sie wegen einer Majestätsbeleidigung an Kaiser Wilhelm II. und Kritik am Militarismus des Kaiserreichs ins Gefängnis. 1913 rief sie zur Kriegsdienstverweigerung auf. Ein Jahr später spaltete sich die Arbeiterbewegung aufgrund unvereinbarer Ziele. Als die SPD-Reichstagsfraktion am 4. August 1914 den Kriegskrediten für den Ersten Weltkrieg zustimmte, reagierte sie empört und gründete die „Gruppe Internationale“ (ab 1916 auch Spartskusgruppe genannt). Dieser schlossen sich seitdem alle Kriegsgegner an. Im Weltkrieg saß Luxemburg wegen ihrer Kriegskritik und Aufrufs zum Generalstreik die meiste Zeit im Gefängnis.3

Novemberrevolution und Ermordung

Im Herbst 1918 zeichnete sich für das Deutsche Reich die Kriegsniederlage ab. Als am 9. November 1918 die Novemberrevolution ausbrach, wurde Luxemburg aus ihrer Haft entlassen. Die Regierung wurde durch einen provisorischen Rat der Volksbeauftragten gebildet. Luxemburg kehrte nach Berlin zurück und arbeitete als Redakteurin bei der Spartakusbund-Zeitung „Die Rote Fahne„. Am 17. Dezember setzte sie sich in ihrem Aufsatz „Nationalversammlung oder Räteregierung“ für eine sozialistische Räteregierung ein. Auf dem Reichsrätekongress entschied sich die Mehrheit jedoch für eine parlamentarische Demokratie. Rosa Luxemburg beteiligte sich am 30./31. Dezember 1918 an der Gründung der KPD. Als im Januar 1919 der Spartakusaufstand mithilfe von Freikorps blutig niedergeschlagen wurde, musste Luxemburg erneut in Haft. Dort wurden sie und ihr Parteifreund Karl Liebknecht von Offizieren der Freikorps misshandelt und anschließend am 15. Januar 1919 ermordet.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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