Rede Hitlers: Nationalsozialistische Forderungen 1922

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Weimarer Republik den harten Friedensbestimmungen des Versailler Vertrags zustimmen. In der Bevölkerung machte sich vor allem die NSDAP einen Namen, die diese Beschlüsse wieder rückgängig machen und die Republik stürzen wollte. Am 18. September 1922 hielt Parteiführer Adolf Hitler eine Rede, in der er über die nationalsozialistischen Forderungen sprach:

1.) Abrechnung mit den Novemberverbrechern von 1918. Es kann nicht sein, daß zwei Millionen Deutsche umsonst gefallen sind und man sich mit Verrätern an einem Tisch freundschaftlich zusammensetzt. Nein, wir verzeihen nicht, sondern fordern – Vergeltung!

2.) Die nationale Entehrung hat ein Ende zu nehmen. Vaterlandsverräter und Denunzianten gehören an den Galgen. Unsere Straßen und Plätze sollen wieder die Namen unserer Helden tragen und nicht nach Juden benannt werden. In der Schuldfrage muß verkündet werden, wie es sich in Wahrheit verhält.

3.) Der Staatsbetrieb muß von dem Pöbel gereinigt werden, der sich nur an der Parteikrippe mästet.

4.) Die heutige läppische Wucherbekämpfung ist aufzugeben. Hier ist dieselbe Strafe am Platz, wie bei den Verrätern am Vaterlande.

5.) Eine große Aufklärung über den Friedensvertrag muß gefordert werden. Im Gedanken der Liebe? Nein, sondern im heiligen Haß gegen unsere Verderber!

6.) Es hat das lügenhafte Verschleiern unseres Unglücks aufzuhören. Der Betrug des heutigen Geldwahnes muß aufgedeckt werden. Das wird uns allen den Nacken steifen.

7.) Als Grundlage für eine neue Währung hat das Vermögen derjenigen zu dienen, die nicht unseres Blutes sind. Wenn man deutsche Geschlechter, die seit 1000 Jahren in Deutschland wohnen, enteignet, dann muß man es auch den jüdischen Wucherern gegenüber tun.

8.) Sofortige Ausweisung sämtlicher seit 1914 eingewanderten Juden. Ferner aller übrigen, die sich durch Börsenspiel oder andere unsaubere Geschäfte ihr Vermögen erworben haben.

9.) Die Wohnungsnot muß durch energische Mittel behoben werden, indem man Wohnungen denen zuteilt, die es verdienen. Eisner sagte 1918, wir hätten kein Recht, unsere Gefangenen zurückzuverlangen. Ein Volk, das so denkt (Eisner sprach hier nur offen aus, was alle Juden dachten), muß fühlen, wie es schmeckt, im Konzentrationslager zu leben! Extreme müssen durch Extreme bekämpft werden. Der materialistischen Verseuchung, der jüdischen Pest müssen wir ein flammendes Ideal entgegenhalten. Und wenn die anderen von Welt und Menschheit sprechen, so sagen wir: Das Vaterland ganz allein!

Zitiert nach: W. Lautemann, M. Schlenke (Hg.), Geschichte in Quellen, Weltkriege und Revolutionen 1914-1945, Band 5, München 1961, S. 195 ff.

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 02.03.2016 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 02.03.2016. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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