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Wirtschaft in BRD und DDR

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Neben der politischen Entfremdung unterschieden sich BRD und DDR auch in ihrer Wirtschaft. Während die BRD und westliche Staaten in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft integriert und vom Marshallplan unterstützt wurden, musste die DDR Zwangsdemontagen und Kriegsentschädigungen an die Sowjetunion hinnehmen. In beiden deutschen Teilstaaten wurden unterschiedliche Wirtschaftssysteme eingeführt. Die BRD setzte die soziale Marktwirtschaft fest, während sich in der DDR die Planwirtschaft durchsetzte. Vor allem in den 1950er Jahren wurden die Unterschiede des Lebensstandards offensichtlich, die zu einer hohen Abwanderungswelle nach Westen führten.

Marktwirtschaft in der BRD

Nachdem in Westdeutschland 1948 die deutsche Mark als Zahlungsmittel eingeführt wurde, manifestierte sich mit der sozialen Marktwirtschaft ein erfolgreiches Wirtschaftsprogramm. Mit diesem von Ludwig Erhard entwickelten Konzept konnte sich die junge Bundesrepublik schnell erholen und erlebte in den 1950er Jahren ein Wirtschaftswunder. Begünstigt wurde dies dadurch, dass der Westen durch den Marshallplan finanziell unterstützt worden war. Mit Adenauers Politik der Westintegration und den Gründungen der EGKS und EWG erzielte die BRD ein rasantes Wachstum. Die Schwerindustrie im Ruhrgebiet schuf ausgezeichnete Voraussetzungen. Im System der Marktwirtschaft konnte sich die Wirtschaft durch Angebot und Nachfrage selbst steuern. Der Begriff „sozial“ bedeutete, dass ärmere Bevölkerungsschichten vom Staat mit finanziellen Leistungen unterstützt wurden, damit sie ein einigermaßen gemäßigtes Leben führen konnten1.

Planwirtschaft in der DDR

In der DDR wurde der Wiederaufbau dadurch erschwert, dass Zwangsdemontagen und Kriegsentschädigungen an die Sowjetunion hingenommen werden mussten. Es gab keine Hilfspakete, wie es im Westen der Fall gewesen war. Die sowjetische Besatzung führte eine vom Staat gelenkte Planwirtschaft ein, in der Privateigentum und der freie Markt abgeschafft wurden. Nach dem Ideal des Sozialismus sollten damit Klassenunterschiede in der Gesellschaft überwunden werden. In diesem System legte der Staat in Fünfjahresplänen Preise, Gehälter und Ressourcen zentral fest. Zwar konnte die DDR in den 1950er Jahren auch ein Wirtschaftswachstum erzielen. Das System der Planwirtschaft erwies sich aber als sehr unflexibel, weil wichtige Rohstoffe in den entsprechenden Branchen fehlten. Am 17. Juni 1953 machte sich dies an dem „Volksaufstand“ bemerkbar, nachdem sich Arbeitsbedingungen und Versorgungslage verschlechtert hatten. Das Wirtschaftswunder in der BRD bewegte viele Menschen dazu, nach Westen auszuwandern. Mit der Abwanderung wichtiger Fachkräfte wurde die wirtschaftliche Lage nochmals verschärft. Durch den Mauerbau im Jahr 1961 sollte der Flucht nach Westen ein Ende gesetzt werden2.

Ölkrise in den 1970er Jahren

Die Erdölkrise der 1970er Jahren führte die DDR-Wirtschaft in eine tiefe Krise. Anders als die BRD war sie nicht in der Lage, den Rohstoffmangel zu kompensieren. Da Erdöl auf dem Weltmarkt sehr teuer geworden war, setzte die DDR nun verstärkt auf Braunkohle als eigene Rohstoff- und Energiequelle. Dies erwies sich aber als sehr aufwendig, wenig effizient und führte zu massiven Umweltbelastungen. Nachdem die Sowjetunion die Subventionierung ihres Erdöls an die DDR stoppte, musste sie nochmals um ein Vielfaches mehr für Erdöl zahlen. Damit war die DDR noch mehr auf Braunkohle angewiesen. Hinzu kaum, dass die staatlichen Ausgaben deutlich höher als Einnahmen waren. Als die Sowjetunion die DDR in den 1980er Jahren aufgrund eigener Schwierigkeiten immer weniger unterstützte, wurde die wirtschaftliche Schwäche der DDR noch offensichtlicher3.

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