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Potsdamer Konferenz 1945


Auf der im Juli/August 1945 tagenden Potsdamer Konferenz kamen die Staatschefs der Siegermächte zusammen, um über eine politische und geografische Neuordnung Deutschlands zu verhandeln. Einigkeit bestand unter diesen über die sogenannten 5 Ds. Die offenen Fragen der Reparationen und Westgrenze Polens verwandelten die Kooperation aber schnell zu einer Konfrontation, die in die deutsche-deutsche Teilung mündete.

Vorgeschichte

Seit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht war der Zweite Weltkrieg für das Deutsche Reich verloren. In der 1945 anbrechenden Nachkriegszeit folgte die Aufteilung in vier Besatzungszonen. Infolge der Berliner Deklaration wurde die Einsetzung eines Alliierten Kontrollrats als provisorische Regierungsgewalt angekündigt. Bereits auf den Konferenzen von Teheran und Jalta hatte die Anti-Hitler-Koalition über die Zukunft Deutschlands debattiert. Eine endgültige Lösung der deutschen Besatzungspolitik sollte auf einer Konferenz von Potsdam, die am 17. Juli eröffnet wurde, gefunden werden. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die „großen Drei“ .1

Die „5 Ds“

Die Siegermächte konnten sich auf die sogenannten „5Ds“ – Demilitarisierung, Dezentralisierung, DemokratisierungDemontage und Denazifizierung – einigen. Deutschland sollte vollkommen kriegsuntauglich gemacht und von der nationalsozialistischen Ideologie gelöst werden. Jede Siegermacht konnte die ihr zustehenden Reparationen in der eigenen Besatzungszone beanspruchen. Darüber hinaus wurde das ehemals deutsche Gebiet östlich der Oder-Neiße-Grenze unter polnische Verwaltung gestellt. Das deutsche Staatsgebiet verlor knapp ein Viertel des ehemaligen Territoriums.2

Konfrontationen

Unter den Siegermächten herrschte Uneinigkeit darüber, wie das Reparationsproblem gelöst werden solle. Die Sowjetunion beanspruchte aufgrund ihrer höheren Kriegsschäden den Zugriff auf Industrieanlagen im Ruhrgebiet. Dies hätte, so befürchteten die Westmächte, den Wiederaufbau Europas entschieden gehemmt. Außerdem erkannten die Westmächte die durch die Sowjetunion gezogene Oder-Neiße-Grenze nur provisorisch an. Eine endgültige Grenzziehung sollte in einem Friedensvertrag verankert werden.3

Folgen

Die Potsdamer Konferenz legte die Verantwortung über Deutschland in die Hände des Alliierten Kontrollrats. Über Berlin galt der Viermächte-Status. Knapp 12 Millionen Deutsche wurden aufgrund der neuen Grenzziehungen aus Ungarn, der Tschechoslowakei und dem neuen Teil Polens vertrieben bzw. umgesiedelt. Die Konferenz zeigte aber auch, wie gegensätzlich die Ziele der Siegermächte bezüglich Deutschland waren. Es entstand – vor allem zwischen den USA und der Sowjetunion – ein Ost/West-Konflikt, der Deutschland zunehmend in zwei Blöcke trennte und im Jahr 1949 in die deutsch-deutsche Teilung mündete.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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