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Deutscher Bund

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Der Deutsche Bund bestand von 1815 bis 1866 als lockerer Staatenbund der deutschen Klein- und Mittelstaaten. Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege und dem Wiener Kongress wollten die europäischen Fürsten ein Gleichgewichtssystem schaffen und den Frieden bewahren. Demzufolge war der Deutsche Bund kein Nationalstaat, sondern ein Bündnis von souveränen Fürsten. Die Ära dieses Staatenbundes war von einer Restauration der alten Ordnung sowie aufkommenden liberalen und nationalen Forderungen des Bürgetums geprägt.

Vorgeschichte

Deutschland existierte um 1800 noch nicht als Nationalstaat. Es gab mehrere Klein- und Mittelstaaten, die bis 1806 im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation verbündet waren. Infolge der Französischen Revolution 1789 und der Napoleonischen Kriege  hatte Frankreich seine Vorherrschaft über einige deutsche Gebiete ausgebreitet. Demzufolge wurde das „Heilige Römische Reich“ aufgelöst. Die deutschen Staaten traten dem von Napoleon gegründeten Rheinbund bei und waren ihm zu militärischer Unterstützung verpflichtet. In dieser Zeit verbreiteten sich zudem die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Nation. Nachdem Napoleon in den Befreiungskriegen gestürzt werden konnte, sorgte der Erste Pariser Frieden für ein vorläufiges Kriegsende. Auf dem Wiener Kongress 1815 beschlossen die europäischen Fürsten schließlich die Restauration und begründeten den Deutschen Bund.1

Gründung und Struktur

Am 10. Juni 1815 wurde von den Staaten die Deutsche Bundesakte unterzeichnet. Der Deutsche Bund war ein föderaler Staatenbund souveräner Fürsten. Als oberstes Ziel galt die Bewahrung der inneren und äußeren Sicherheit. Dies war insbesondere ein Anliegen der europäischen Fürsten, deren Herrschaft durch die Napoleonische Vorherrschaft kurzzeitig gestürzt worden war. Die Prinzipien der RestaurationLegitimität und Solidarität sollten die Herrschaft der Fürsten in jedem Staat sicherstellen und aufkommende liberale und nationale Forderungen des Bürgertums unterdrücken [Heilige Allianz]. Eine allgemein verbindliche Verfassung wurde nicht verabschiedet, Artikel 13 der Bundesakte kündigte lediglich die Einführung einer Verfassung in jedem Staat an. Das einzige Bundesorgan verkörperte der Bundestag in Frankfurt, der aus Plenum und Engeren Rat bestand. Vor allem Österreich behielt sich darin als Präsidialmacht weitgehende Eingriffsrechte vor, sodass auch oft von einem System Metternich gesprochen wird. Der Deutsche Bund verfügte über eine Bundeskriegsverfassung, die ihn verteidigungs- aber nicht angriffsfähig machte.2

Restauration und Repression

Die Gründung eines lockeren Staatenbundes aus souveränen Fürsten hatte vor allem die Menschen aus dem Bürgertum enttäuscht. Durch die französische Besatzungszeit und Befreiungskriege hatten sich bei Ihnen die Ideen der Freiheit, Gleichheit und Nation fest eingeprägt. Daher forderten sie die Gründung eines deutschen Nationalstaates mit Freiheits- und Grundrechten. Dies lehnten die Fürsten, darunter deren Wortführer Fürst Metternich, strikt ab. Mit der Restauration sollte die vorrevolutionäre Ordnung weitgehend wiederhergestellt werden. Das deutsche Bürgertum formierte sich daher in Burschenschaften und bekundete auf dem Wartburgfest 1817 seine Forderungen. Nach dem Attentat auf August von Kotzebue 1819 setzte mit den Karlsbader Beschlüssen die Phase der Repression ein. Verdächtige Professoren wurden entlassen, Burschenschaftler verhaftet und die Presse einer umfassenden Zensur unterzogen. Erst nach der Julirevolution 1830 in Frankreich gewann die Nationalbewegung wieder an Auftrieb: zu den wichtigsten Ereignissen zählten das Hambacher Fest, der Frankfurter Wachensturm und der Protest der Göttinger Sieben [Vormärz].3

Revolution 1848 und Dualismus

1848 erfasste die Staaten des Deutschen Bundes eine Revolution. Die fürstliche Herrschaft wurde kurzzeitig gestürzt, liberale Reformen versprochen und in der Frankfurter Nationalversammlung die Gründung eines deutschen Nationalstaates vorbereitet. Da es jedoch zerstrittene politische Gruppierungen gab und die Fürsten die Kontrolle zurückgewannen, scheiterte die Revolution 1849. Nach einer kurzen Reaktionsphase in den 1850er Jahren polarisierte seit den 1860er Jahren der Deutsche Dualismus. Die Großmächte Preußen und Österreich kämpften um die Vorherrschaft im Deutschen Bund. In diesem Kontext spielte Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck eine herausragende Rolle. Durch seine Heeresreform legte er den Grundstein für Preußens Siege in den Deutschen Einigungskriegen. Preußen gründete 1866 den Norddeutschen Bund, in dem die nördlichen deutschen Staaten eintraten. Damit war die Ära des Deutschen Bundes beendet. Mit der Reichsgründung 1871 und dem Beitritt der süddeutschen Staaten entstand schließlich das Deutsche Kaiserreich.4

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