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Erste Industrielle Revolution


Die Erste Industrielle Revolution startete in England ab ca. 1780. Dort existierten hervorragende Bedingungen, die den Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft begünstigten. Zu den bedeutendsten Erfindungen gehörten der mechanische Webstuhl, die Dampfmaschine und Eisenbahn. Im 19. Jahrhundert setzte dieser Aufschwung auch auf andere europäische Länder über.

Ursachen

Als Insel verfügte England über viele Hafenstädte, die den Austausch von Gütern erleichterten. Die flache Landschaft ermöglichte den Ausbau eines effizienten Kanalsystems im Binnenmarkt. Im 18. Jahrhundert war England die vorherrschende Weltmacht und konnte aus Kolonien billig Erz, Kohle und Baumwolle importieren. Der Überseehandel erbrachte den Engländern ein hohes Wirtschaftswachstum. Mit der Modernisierung der Landwirtschaft und verbesserter Hygiene konnten außerdem mehr Menschen ernährt werden. Es kam zu einem rasanten Bevölkerungswachstum. Dies setzte neue Arbeitskräfte frei, die in der wachenden Industrie eingesetzt werden konnten. Es erwies sich außerdem als vorteilhaft, dass sich England in einer langen Friedensperiode befand. Das politische System Englands war im Vergleich zu Kontinentaleuropa deutlich liberaler. Viele Engländer waren – im Sinne einer calvinistischen Erwerbsethik – unternehmerisch eingestellt.

Erfindungen

Die in England ausgehende Erste Industrielle Revolution war verbunden mit der Erfindung der Dampfmaschine. Diese von James Watt weiterentwickelte Technik wurde mit Kohle betrieben und revolutionierte die Arbeitsbedingungen. Güter konnten nun unabhängig von Standort und Jahreszeit produziert werden. Die erneuerte Form des Kraftantriebs steigerte die Produktivität. Auf dieser Neuerung basierten der mechanische Webstuhl und die Spinnmaschine. Das Textilgewerbe entwickelte sich seitdem zum wichtigsten Wirtschaftszweig der englischen Industrie. Des Weiteren entstanden in dieser Zeit die ersten Eisenbahnen, die mithilfe der Dampfkraft betrieben werden konnten.

Folgen

Die Erste Industrielle Revolution setzte eine bis heute andauernde Modernisierung in Gang. Sie verdrängte traditionelle Arbeitsformen – wie Manufaktur, Handwerk, Verlagswesen – und ersetzte diese durch neue Maschinen. Fabriken wurden zu neuen Zentren einer rasant wachsenden Produktion. England entwickelte sich von einer Agrar– zur Industriegesellschaft. Banken gewannen zunehmend an Bedeutung, indem sie Unternehmern Kredite für neue Investitionen bereitstellten. Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes und der Schifffahrt konnten Güter immer schneller transportiert werden. Die Zweite Industrielle Revolution begann im deutschsprachigen Raum ab 1830.

Verfasst von Fabio Schwabe

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