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Ernst Moritz Arndt Biografie


Ernst Moritz Arndt gilt als Wegbereiter und Vordenker des deutschen Nationalismus. Als Reaktion auf die französische Fremdherrschaft im frühen 19. Jahrhundert verfasste er zahlreiche politische Lieder und Schriften, in denen er die Gründung eines deutschen Nationalstaates forderte. In späteren Jahren wirkte Arndt als Universitätsprofessor und Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung.

Jugend und Studium

Ernst Moritz Arndt wurde 1769 in Groß Schoritz als Sohn eines Leibeigenen geboren. Arndts Vater konnte sich jedoch freikaufen und war seit 1776 Pächter mehrerer Landgüter in Rügen. In der Jugend wurde Moritz Arndt von Hauslehrern unterrichtet. Zwischen 1787 und 1789 besuchte er das Gymnasium im Stralsunder Katharinenkloster. Seit 1791 studierte Arndt Geschichte, evangelische Theologie, Erd- und Völkerkunde, Naturwissenschaften sowie andere Sprachen an den Universitäten Greifswald und Jena. Im Jahr 1800 erhielt er eine Lehrerlaubnis und war als Privatdozent für Geschichte und Philologie tätig. 1806 erlangte er die außerordentliche Professur an der Universität Greifswald.1

Befreiungskriege gegen Napoleon

Im frühen 19. Jahrhundert wurde Arndts Leben von den Napoleonischen Kriegen und der französischen Fremdherrschaft geprägt. Nach Preußens Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 flüchtete er nach Schweden. Drei Jahre später zog er nach Berlin und kam in Kontakt mit patriotischen Aktivisten. Im Jahr 1812 zog Arndt nach St. Petersburg, wo er seinen geistigen Widerstand gegen Napoleon vorbereitete. In dieser Zeit entstand unter anderem sein national aufgeladenes Kampflied „Des Deutschen Vaterland“ . Im Zuge der Befreiungskriege kehrte Arndt nach Preußen zurück. Seit 1815 unterstützte er als Schriftsteller die deutsche Einheitsbewegung.2

Politisches und literarisches Wirken

Arndt wurde durch seine schriftstellerische Tätigkeit zum „Gründervater“ deutscher Burschenschaften. In seinen zahlreichen politischen Schriften sprach er sich für einen deutschen Nationalstaat aus. Das „deutsche Volk“ sollte von der Fürstenherrschaft befreit werden. Seit 1818 war Arndt an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn als Professor für Geschichte tätig. Im Jahr 1819 folgten die Karlsbader Beschlüsse. Im Rahmen der Demagogenverfolgung wurde ihm daher die Lehrerlaubnis entzogen. Erst im Jahr 1840 wurde Arndt vom neuen preußischen König Friedrich Wilhelm IV.. rehabilitiert und an die Universität Bonn zurückberufen. Nach Ausbruch der Revolution 1848/49 war er Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung, wo er sich für eine konstitutionelle Monarchie einsetzte.3

Bedeutung

Moritz Arndt starb 1860 in Bonn. In den folgenden Jahrzehnten blieb er im deutschsprachigen Raum ein „Märtyrer“ und „deutscher Nationalheld“ .  Seine politischen und patriotischen Werke wurden im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich rezipiert und von den Nationalsozialisten in den 1930er Jahren instrumentalisiert. In der modernen Forschung ist die Bedeutung um Moritz Arndt daher umstritten. Einerseits gilt er als deutscher Freiheitskämpfer gegen die damaligen französischen Besatzer und Fürstenherrschaft. Andererseits beinhalten seine Werke zum Teil rassistische und antisemitische Äußerungen. Aufgrund dessen entschied sich die Universität Greifswald im Jahr 2018 für eine Namensumbenennung.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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