Das „System Metternich“

Der Zeitraum zwischen 1815 und 1848 ist als „System Metternich“ in die Geschichtsbücher eingegangen. In diesen Jahren wurde die Politik im Deutschen Bund maßgeblich von Österreichs Staatskanzler Fürst Metternich bestimmt. Als Leitbild der Restauration versuchte er nationale und liberale Forderungen aus dem Volk mit allen Mitteln zu unterdrücken.

Vorgeschichte

Der Wiener Kongress von 1814/15 markierte das Ende der Napoleonischen Kriege. In Europa sollte der Frieden durch ein Gleichgewicht der Großmächte gesichert werden. Für den deutschsprachigen Raum wurde ein lockerer Staatenbund gegründet, in dem jeder Fürst die Souveränität bewahren durfte (Deutscher Bund). Dieser Akt rief beim Bürgertum Enttäuschung hervor. Bürger forderten Grundrechte, eine geschriebene Verfassung sowie die Gründung eines deutschen Nationalstaates. Seit 1815 etablierte sich Österreichs Staatskanzler Fürst Metternich zur tragenden Figur der Restauration, die nationale und liberale Bewegungen eindämmen sollte.1

Das System Metternich

Das „System Metternich“ wirkte vor allem durch die Karlsbader Beschlüsse von 1819. Sie verboten Burschenschaften, legitimierten die Pressezensur und suspendierten liberale Professoren von der Universität [Demagogenverfolgung]. In Mainz wurde eine Zentraluntersuchungskommission eingerichtet, die verdächtige Personen bespitzeln sollte. Es entstand ein umfassendes Überwachungssystem, das liberale und nationale Bewegungen aus dem Volk unterdrücken konnte. Das „System Metternich“ sicherte die Fürstenherrschaft, sorgte für Ordnung und verhinderte weitere Revolutionen.2

Folgen

Die Julirevolution von 1830 in Frankreich ließ die nationale und liberale Bewegung wieder erstarken. Auf dem Hambacher Fest im Jahr 1832 kamen rund 30.000 Menschen zu einer politischen Massenkundgebung zusammen. Die Farben Schwarz-Rot-Gold entwickelten sich zum Symbol einer zunehmend selbstbewussten Nationalbewegung. Die liberalen Forderungen nach politischer Mitbestimmung, Meinungsfreiheit und einer gesamtdeutschen Verfassung ließen das „System Metternich“ zusammenbrechen. Der konservative Metternich musste eingestehen, dass die Zeit nicht mehr zurückzudrehen war. Die politischen Spannungen mündeten 1848 im Ausbruch der deutschen Revolution.3

Bild 1: Wiener Kongress, Gemälde von Jean-Baptiste Isabey und bearbeitet von Maciej Szczepańczyk, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bild 2: Portrait von Fürst Metternich, Gemälde von Thomas Lawrence (1815), Lizenz: Gemeinfrei

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 14.12.2016 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 23.02.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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