Klemens Wenzel Lothar von Metternich Biografie

Klemens Wenzel Lothar von Metternich Biografie

Klemens Wenzel Lothar von Metternich zählt zu den bedeutendsten europäischen Staatsmännern im frühen 19. Jahrhundert. Nach dem Studium der Staatswissenschaften war er zunächst als Diplomat tätig und spielte auf dem Wiener Kongress 1814 eine führende Rolle. Durch seine reaktionäre Politik schien er vielen Zeitgenossen als Symbol der Restauration. Andere sahen in ihm den Architekten eines friedlichen und stabilen europäischen Staatensystems.

Jugend und Studium

Metternich wurde 1773 als Sohn des Adelsgeschlechts Metternich in Koblenz geboren. 1788 zog er nach Straßburg, um dort an der Universität Staatswissenschaften zu studieren. Als ein Jahr später die Französische Revolution ausbrach, erlebte Metternich in Straßburg einen gewaltsamen Aufstand. 1794 entschied er sich zum Umzug nach Mainz, wo er sein Studium fortführte. Als im selben Jahr französische Revolutionstruppen bis zum Rhein vordrangen [Koalitionskriege], flüchtete Metternichs Familie nach Wien. Dort eröffneten sich für ihn – begünstigt durch seinen Vater – ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten im österreichischen Staatsdienst.

Tätigkeit als Diplomat

Aufgrund der guten Beziehungen zwischen Familie Metternich und dem österreichischen Hof wurden dem jungen Metternich mehrere Stellen im Staatsdienst angeboten. 1801 war er als Gesandter in Dresden tätig, ehe er zwei Jahre später seine Arbeit in Berlin fortsetzte. In diesen Jahren hatten die Napoleonischen Kriege zu einer französischen Vorherrschaft in Europa geführt. Metternich versuchte die Beziehungen zwischen Österreich und Frankreich zu verbessern und wurde 1806 Botschafter in Paris.

Außenminister Österreichs

Als Österreich 1809 den Koalitionskrieg gegen Frankreich verloren hatte, berief Kaiser Franz I. Metternich zu seinem Hof und setzte ihn als neuen Außenminister ein. In den Folgejahren machte sich Metternich durch sein diplomatisches Wirken zunehmend einen Namen. Nachdem Napoleons Russlandfeldzug 1812 gescheitert war, ging dessen Vorherrschaft allmählich verloren. Preußen, Österreich und Russland drängten die französischen Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 bis in ihre Grenzen zurück [Befreiungskriege]. In der Folgezeit setzte sich Metternich für ein friedliches Gleichgewicht in Europa ein. Dieses Ziel verwirklichte er auf dem Wiener Kongress.

Wiener Kongress und Restauration

Auf dem Wiener Kongress 1814 übernahm Metternich die dominierende Rolle. Er bemühte sich um eine Führungsrolle Österreichs und eine friedliche europäische Neuordnung. Als Ersatz für das 1806 aufgelöste Heilige Römische Reich plädierte Metternich für einen lockeren Staatenbund aus souveränen Einzelstaaten – dem Deutschen Bund. Darüber hinaus lehnte er die Ideen der Französischen Revolution – wie Freiheit, Gleichheit und Nation – entschieden ab. Die liberalen und nationalen Bewegungen des Vormärz versuchte er mit aller Gewalt zu unterdrücken. Dafür diente ihm die Heilige Allianz, die die Prinzipien RestaurationLegitimität und Solidarität bewahren sollte. Metternich gilt außerdem als Initiator der Karlsbader Beschlüsse 1819, die dem Liberalismus und Nationalismus entgegensetzten. Verfolgung, Bespitzelung und Verhaftung gehörten zum Alltag. Aufgrund dessen wird die Zeit zwischen 1815 und 1848 auch als „System Metternich“ bezeichnet.

Tod

Das „System Metternich“ wurde durch die Ereignisse des Vormärz schrittweise gebrochen. Die gesellschaftlichen Veränderungen jener Zeit konnte Metternich mit seinen polizeistaatlichen Methoden nicht aufrechterhalten. Als 1848 in Österreich die Märzrevolution ausbrach, sah sich Metternich zum Rücktritt gezwungen und flüchtete ins Exil nach London. Nachdem er 1851 nach Wien zurückgekommen war, hatte er seine bedeutende politische Stellung nahezu verloren. Seinen Tod fand er im Jahr 1859.

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 17.01.2018 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 30.03.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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Fabio Schwabe und Christopher Schwab