Julirevolution 1830

Die Julirevolution 1830 in Frankreich gab er europäischen Freiheits- und Nationalbewegung neuen Aufschwung. Frankreich war nach den Napoleonischen Kriegen in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt worden. Die Bourbonen wurden wieder als Könige eingesetzt. Im Juli 1830 kam es in Frankreich zu einem großen Tumult, weil König Karl X. die Pressefreiheit aufheben und den politischen Einfluss des Adels vergrößern wollte. Als Reaktion schlossen sich Bürger und Arbeiter zum Widerstand zusammen und lösten die Julirevolution aus.

Ursachen

In Frankreich waren seit der Französischen Revolution 1789 die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht mehr wegzudenken. Nach den Napoleonischen Kriegen wurde daher 1814 eine konstitutionelle Monarchie eingeführt. Innenpolitisch war Frankreich in mehrere Gruppierungen gespalten. Einige wollten die absolutistische Monarchie wiederherstellen, andere das Parlament stärken und wiederum andere eine Republik einführen. Seitdem 1824 Karl X. als König regierte, kam es zu immer größer werdenden Konflikten mit dem Parlament. Er sah sich als von Gott eingesetzter König an und unterstützte die konservative royalistische Bewegung. Als er am 26. Juli die sogenannten Juliordonnanzen erließ, löste er die Abgeordnetenkammer auf, schränkte die Pressefreiheit ein und stärkte die politischen Rechte des Adels. Folglich verbündete sich das liberale Bürgertum mit der proletarischen Unterschicht zu Barrikadenkämpfen.1

Verlauf

Einen Tag nach dem Erlass der Juliordonnanzen starteten die Barrikadenkämpfe gegen König Karl X. Das Bündnis aus Arbeitern, Handwerkern und Studenten erbrachte schnelle Erfolge und führte zu Karls Abdankung. Er musste anschließend die Flucht nach Großbritannien ergreifen. Als neuer Herrscher wurde „Bürgerkönig“ Louis Philippe eingesetzt, der sich aus gemäßigten Kreisen des Großbürgertums rekrutierte. Dieser war sehr liberal eingestimmt und vermischte Elemente der konstitutionellen und parlamentarischen Monarchie.2

Folgen

Die Julirevolution hatte langfristige Auswirkungen und schwappte auch auf andere Staaten im Deutschen Bund über. In Kurhessen, Sachsen, Hannover und Braunschweig wurden somit nach langer Verzögerung endlich Verfassungen eingeführt. Die liberale Bewegung gewann neues Selbstbewusstsein und wurde im deutschen Vormärz immer bedeutender. Charakteristisch dafür wurde das Hambacher Fest. Als sich König Louis Philippe 1848 deutlich von seiner liberalen Politik entfernt hatte und sich der Heiligen Allianz anschloss, kam es schließlich zum Ausbruch der Februarrevolution. Diese löste dann eine Kettenreaktion aus und führte zum Ausbruch der Revolution 1848/49.3

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Bild 1: Portrait von König Karl X., Gemälde von François Pascal Simon Gérard (1825), Lizenz: Gemeinfrei

Bild 2: Portrait von Louis-Philippe I., Gemälde von Franz Xaver Winterhalter (1841), Lizenz: Gemeinfrei

Bild 3: Julirevolution 1830, Gemälde von François d’Orléans, Lizenz: Gemeinfrei

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 23.05.2016 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 23.02.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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Fabio Schwabe und Christopher Schwab