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Quellenverweise

Ruhrbesetzung

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Weil die Weimarer Republik die im Versailler Vertrag bestimmten Reparationen an die Siegermächte nicht mehr zahlen konnte, kam es 1923 zur Ruhrbesetzung. Dabei besetzten französische und belgische Truppen das gesamte Ruhrgebiet, um anstelle von Geld Rohstoffe wie Holz, Kohle und Stahl zu erwerben. In der deutschen Bevölkerung kam es zum Widerstand. Die Besetzung erhöhte die Staatsschulden und führte eine landesweite Inflation herbei.

Ursachen

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste die Weimarer Republik 1919 den Friedensbedingungen des Versailler Vertrags zustimmen. Darin waren unter anderem Unmengen an Reparationen enthalten, die den Siegermächte zu zahlen waren. Da die deutsche Regierung diese Summen aber nicht vertragsgemäß zahlen konnte, besetzten französische und belgische Truppen bereits 1921 die Städte Duisburg und Düsseldorf. Das Londoner Ultimatum drohte der Regierung mit einer Besetzung des kompletten Ruhrgebietes, wenn Reparationen von jährlich einer Milliarde Goldmark nicht gezahlt werden würden. Da diese Bedingung aufgrund der Inflation 1923 nicht mehr erfüllt werden konnte, kam es zum Einmarsch ins Ruhrgebiet.1

Ruhrbesetzung

Im Januar 1923 erfolgte der Einmarsch von ca. 60.000 französischer und belgischer Soldaten ins Ruhrgebiet. Dabei wurde unter anderem die Industrie der Kohleproduktion unter Kontrolle gestellt, um diese als die festgeschriebenen Reparationen zu verwenden. Des Weiteren sollten das Rheinland und Ruhrgebiet einen Sonderstatus erhalten, wodurch der deutsche Einfluss verloren gegangen wäre. Die Besetzung löste landesweite Empörung aus und regte Reichskanzler Wilhelm Cuno dazu an, am 13. Januar 1923 zum „passiven Widerstand“ aufzurufen. Dies führte dazu, dass die Reparationszahlungen an Frankreich und Belgien eingestellt und Generalstreiks organisiert wurden. Dabei kam es zwischen Besatzern und deutschen Widerstandskämpfern zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der Widerstand wird auch als „Ruhrkampf“ bezeichnet.2

Folgen

Während des „passiven Widerstandes“ kam es in Deutschland zu einer Hyperinflation. Dies lag daran, dass der Staat Geld druckte, um die Löhne für die Arbeiter des Ruhrgebietes zu zahlen. Generalstreiks und Produktionsausfälle legten die deutsche Wirtschaft lahm. Daraufhin entschloss sich der neue Reichskanzler Gustav Stresemann im September 1923 dazu, den „passiven Widerstand“ gegen die Besatzer aufzugeben. Dies regte nationalistische Kreise wiederum zu Gegenmaßnahmen an und führte im November 1923 zum Hitler-Putsch in Bayern. Infolge einer Währungsreform und des Dawes-Plans konnte sich die deutsche Wirtschaft 1924 wieder erholen. Damit stieg allerdings auch die Abhängigkeit der Banken von US-amerikanischen Anleihen, sodass die Weltwirtschaftskrise 1929 auch schwere Folgen für Deutschland hatte.3

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