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  • Hitler steht im neuen Kabinett zunächst einer Mehrheit der DNVP gegenüberHitler steht im neuen Kabinett zunächst einer Mehrheit der DNVP gegenüber
  • Nach dem Reichstagsbrand am 27.02.1933 wurden die Grundrechte außer Kraft gesetztNach dem Reichstagsbrand am 27.02.1933 wurden die Grundrechte außer Kraft gesetzt
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  • Hitlers symbolträchtige Verneigung vor Hindenburg auf dem Tag von PotsdamHitlers symbolträchtige Verneigung vor Hindenburg auf dem Tag von Potsdam

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Quellenverweise

„Machtergreifung“

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Am 30. Januar 1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die Weltwirtschaftskrise 1929 hatte die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands deutlich verschlechtert. Dies lag auch daran, dass es viele Splitterparteien im Reichstag gab und der Reichspräsident über so viel Macht verfügte, dass er das Parlament durch Notverordnungen auflösen konnte. Genau dies wurde seit 1930 in die Praxis umgesetzt, indem das Parlament von politischen Entscheidungen ausgeschlossen wurde und an deren Stelle die Präsidialkabinette regierten.

Präsidialkabinette

Nachdem sich die wirtschaftliche Lage in den Goldenen 20er Jahren etwas erholen konnte, kam es 1929 zu einer schwerwiegenden Wende in Deutschland. Nun wurde es offensichtlich, dass die Demokratie von den meisten gar nicht gewollt war. Rechte und linke Parteien gewannen wieder mehr Zulauf und wendeten verstärkt Gewalt auf Straßendemonstrationen an. Reichspräsident Hindenburg löste 1930 das Parlament auf und führte die sogenannten Präsidialkabinette ein. Damit wurde das demokratische System praktisch außer Kraft gesetzt. Die Weimarer Republik stand kurz vor ihrem Aus1. Hier geht es zum Artikel über die Präsidialkabinette.

Hitler-Kabinett

Durch die politische Krise hatte die NSDAP großen Zulauf bekommen. Dies lag auch an ihrer umfassenden Propaganda, mit der sie ihren Parteiführer Hitler als Erlöser darstellte. Die Hoffnung in die Demokratie hatten die meisten mittlerweile ganz aufgegeben. Auf den Reichstagswahlen 1930 konnte die NSDAP viele Stimmen sammeln und wurde im Reichstag zweitstärkste Partei. Da sich die politische Lage weiterhin nicht stabilisieren konnte, entschied sich Hindenburg 1933 dazu, eine neue Regierung aus NSDAP und DNVP zu bilden. Damit wurde Hitler am 30. Januar zum Reichskanzler gewählt. Doch die Hoffnung darauf, dass die wichtigen politischen Entscheidungen von der NSDAP unangetastet blieben, erfüllte sich nicht. Nun folgte die radikale Politik der Gleichschaltung2.

Reichstagsbrand

Reichspräsident Hindenburg legte Neuwahlen für den 5. März 1933 fest. Unterdessen wurde die Pressfreiheit immer mehr eingeschränkt und politische Gegner von der NSDAP behindert. Mit der SA verfügte sie über eine bewaffnete Einheit, die auf den Straßen Gewalt anwendete. In Preußen wurde der Polizeiapparat durch Göring verändert, wodurch nun legitimiert war, rücksichtslose Gewalt zum Schutz des Volkes anzuwenden. Der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 sollte die Macht der NSDAP nochmals stark verstärken. Schon einen Tag später wurden die Grundrechte per Gesetz nochmals stark eingeschränkt [Quelle]. Kommunisten waren für diesen Anschlag verantwortlich gemacht worden. Die Verfolgung und Einschüchterung politischer Gegner konnte somit in die Tat umgesetzt werden. Die jetzt schon errungene Macht sollte die NSDAP später nicht mehr aufgeben3.

Tag von Potsdam

Noch gab es von einigen Seiten Misstrauen gegenüber dem Vorgehen der Nationalsozialisten. Auf den Reichstagswahlen hatte die NSDAP 44% der Stimmen erlangt, wobei Terror und Gewalt gegen politische Gegner nicht ausgeschlossen blieben. Die Sympathien erlangte die Partei am 21. März 1933 auf dem Tag von Potsdam. Dort wurde offiziell die Regierung feierlich durch einen Aufmarsch von SA, SS und Reichswehr vorgestellt. Symbolträchtig blieb die Verneigung Hitlers vor Reichspräsident Hindenburg. Dies sollte der Bevölkerung durch Propaganda deutlich machen, dass die NSDAP die alten Traditionen Preußens anerkenne und konnte somit viele Gegner auf ihre Seite holen [Quelle]. Am 23. März 1933 verabschiedete die Reichsregierung das Ermächtigungsgesetz und behielt sich damit vor, eigenständig Gesetze zu erlassen, die von der Verfassung abwichen. Die Gewaltenteilung in Judikative, Exekutive und Legislative wurde aufgehoben. Es sollte nicht mehr lange dauern, bis die NSDAP die einzig legitimierte Partei sein würde4.

» Hier geht es zur Quellensammlung






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