NSDAP


Im Januar 1919 befand sich das Deutsche Reich – bedingt durch den verlorenen Weltkrieg – in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. In dieser Zeit entstand mit der NSDAP eine radikale Splitterpartei, die einen Antisemitismus und Nationalismus praktizierte. Seit der Weltwirtschaftskrise 1929 erzielte die Partei unter „Führer“ Adolf Hitler beträchtliche Wahlerfolge. Am 30. Januar 1933 wurden Hitler und die NSDAP erstmals in die Regierung gewählt.

25-Punkte-Programm

Am 5. Januar 1919 gründeten völkisch-nationale Kreise die Deutsche Arbeiterpartei. Am 24. Februar 1920 erfolgte im Münchner Hofbräuhaus die Umbenennung in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Diese veröffentlichte zugleich das sogenannte „25-Punkte-Programm“ . In diesem sprach sie sich deutlich für eine Aufhebung des Versailler Vertrags aus. Darüber hinaus sollte den Juden ihre deutsche Staatsbürgerschaft entzogen und die deutsche Gesellschaft zu einer „arischenVolksgemeinschaft umgebaut werden. Für ihre Propaganda nutzte sie die Dolchstoßlegende. Die NS-Ideologie lehnte Demokratie, Rechtsstaat und Parlamentarismus kategorisch ab. Im Jahr 1921 übernahm Adolf Hitler den Parteivorsitz.1

Hitler-Putsch

Die Jahre zwischen 1919 und 1923 waren von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs geprägt. Die im Versailler Vertrag festgeschriebenen Reparationskosten schwächten die Wirtschaft und brachten politischen Terror mit sich. Am 8. November 1923 nutzte Hitler die politische Krise für einen Putschversuch. Gemeinsam mit Erich Ludendorff sollte die bayerische Landesregierung abgesetzt und nach einem anschließenden „Marsch auf Berlin“ eine „nationale Revolution“ ausgerufen werden. Der Hitler-Putsch scheiterte jedoch und endete mit einem Verbot der NSDAP. Hitler wurde 1924 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt, von der er allerdings nur wenige Monate absitzen musste.2

Neugründung der NSDAP

Während seiner Haftzeit schrieb Hitler am berühmten Werk „Mein Kampf“ , in dem er seine Weltanschauung und politischen Ziele erläuterte. Im Februar 1925 wurde die NSDAP neu gegründet. Hitler verfolgte nun das Legalitätsprinzip. Nicht mehr durch einen radikalen Umsturz, sondern durch Wahlen sollte die NSDAP die Regierung übernehmen. Die Partei war zunehmend auf die Person Adolf Hitlers zugeschnitten, der einen charismatischen „Führerkult“ verkörperte. Auf Straßenzügen wurde die NSDAP durch Aufmärsche der SA begleitet. Bis 1930 stieg die Mitgliederzahl von 27.000 auf 130.000. Auf den Reichstagswahlen blieben Wahlerfolge aber noch aus.3

Weltwirtschaftskrise und Präsidialkabinette

Die Weltwirtschaftskrise 1929 leitete das Ende der Weimarer Republik ein. Die Massenarbeitslosigkeit machte stabile regierungsfähige Koalitionen unmöglich. Auf den Reichstagswahlen 1930 wurde die NSDAP zweitstärkste politische Kraft. In dieser Phase politischer Instabilität nutzte Reichspräsident Hindenburg sein Notverordnungsrecht. Seit 1930 regierten Präsidialkabinette, die nicht mehr dem Vertrauen des Reichstags unterlagen. Durch Propaganda und Straßenzüge der SA konnte die NSDAP viele Nichtwähler und Wähler aus den Mittelschichten gewinnen. Auf den Reichstagswahlen 1932 ging die NSDAP als stärkste Partei hervor.4

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler

Trotz der enormen Wahlerfolge der NSDAP lehnte Reichspräsident Hindenburg eine Ernennung Hitlers zum Reichskanzler weiter ab. Aufgrund der alternativlosen Lage vermittelte Franz von Papen in einem Geheimtreffen im Januar 1933 über eine Regierungsbeteiligung der NSDAP. In dem neuen Kabinett sollten die Nationalsozialisten allerdings eine Minderheit gegenüber der DNVP bleiben. Das sogenannte „Zähmungskonzept“ der konservativen Politiker ging aber nicht auf. Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 folgte die nationalsozialistische „Machtergreifung“ .5

 

Verfasst von Fabio Schwabe

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