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Außenpolitik Hitlers


Hitlers Außenpolitik umfasste von Beginn an zwei Ziele: die Revision des Versailler Vertrags und die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ . Dafür berief er sich in den ersten Jahren auf das „Selbstbestimmungsrecht“ der Völker. Seit 1938 nahm die Außenpolitik immer expansivere Züge an, die schließlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führten.

Ziele der NS-Außenpolitik

Die Eroberung von „Lebensraum im Osten“ war ein grundlegender Bestandteil der NS-Ideologie. Es sollte ein neues Siedlungsgebiet für die höherwertige „deutsch-arische“ Rasse erschlossen werden. Neben dieser Kernforderung strebte die NS-Außenpolitik eine Revision des Versailler Vertrag an. Damit waren die Wiedereingliederung der 1919 abgetretenen Gebiete sowie eine militärische Aufrüstung verbunden. Um dies zunächst auf friedlichem Wege zu erreichen, pochte Hitler auf das „Selbstbestimmungsrecht“ .1

Bruch des Versailler Vertrags

Bereits am 14. Oktober 1933 erklärte das Deutsche Reich den Austritt aus dem Völkerbund. Dadurch konnten internationale Rüstungsbeschränkungen und Kontrollen umgangen werden. Im Februar 1934 kam es zu einem „Nichtangriffspakt“ mit Polen, um eine internationale „Einkreisung“ zu verhindern. Infolge der „Saarabstimmung“ wurde das Saarland im Januar 1935 in das Deutsche Reich eingegliedert. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht und der Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland entsprachen einem klaren Bruch bestehender Verträge. Die europäischen Großmächte – Frankreich und Großbritannien – nahmen dieses Vorgehen zunächst widerstandslos hin.

Internationale Abkommen

Die NS-Außenpolitik strebte in den ersten Jahren nach Abkommen und Bündnispartnern, um direkte Kriegsbedrohungen abwenden zu können. Im Rahmen der „Appeasement-Politik“ wurde im Juni 1935 das deutsch-britische Flottenabkommen geschlossen. Im Herbst 1936 schloss das Deutsche Reich mit Italien die „Achse Berlin-Rom“ und mit Japan den „Antikominternpakt“ . Unterdessen forcierte das NS-Regime eine geheime militärische Aufrüstung, die in Hitlers „Vierjahrsplan“ von 1936 verankert worden war.2

Expansion seit 1938

Das Jahr 1938 markierte den Wendepunkt von einer friedlichen zur expansiven Außenpolitik Hitlers. Im März 1938 erfolgte die Besetzung und der „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich. Hitler beanspruchte im September 1938 auch das Sudetenland. Eine diplomatische Lösung für die „Sudetenkrise“ wurde auf der Münchner Konferenz getroffen, die die Eingliederung des Sudetenlandes in das Deutsche Reich gewährte. Im März 1939 marschierten deutsche Truppen sodann in die „Rest-Tschechei“ ein. Böhmen und Mähren wurden zum „Reichsprotektorat“ erklärt. Fast zeitgleich kam es zum Einmarsch in das litauische Memelgebiet.3

Hitler-Stalin-Pakt

Trotz des offensichtlich aggressiven Charakters der NS-Außenpolitik verhielten sich Frankreich und Großbritannien bislang zurückhaltend. Sie sicherten lediglich dem vom Deutschen Reich bedrohten Polen eine Schutzgarantie zu. Um die Gefahr eines Zweifrontenkrieges zu verhindern, schloss Hitler mit Stalin am 23. August 1939 den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Dieser erwies sich als taktisches Manöver, da er ein geheimes Zusatzprotokoll zur Aufteilung Polens beinhaltete. Bereits am 1. September 1939 begann mit dem – als Notwehr propagierten – Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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