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Widerstand im 3. Reich


Infolge der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ und „Gleichschaltung“ wurde das Deutsche Reich in einen totalitären „Führerstaat“ verwandelt. Eine breit organisierte Opposition kam nicht zustande und wurde mithilfe der Gestapo gewaltsam unterdrückt. Trotzdem existierten auch im „Dritten Reich“ Widerstandsbewegungen, die sich dem NS-Regime widersetzten.

Politischer Widerstand

Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 riefen die Kommunisten und Sozialdemokraten zum offenen Widerstand auf. Aufgrund der Notverordnungen infolge des Reichstagsbrands wurden deren Anhänger mit brutalen Methoden verfolgt, verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Beide Parteien waren spätestens im Juni 1933 verboten. Zahlreiche Kommunisten flüchteten ins Exil und bereiteten dort einen antifaschistischen Widerstand vor.1

Kirchlicher Widerstand

Im Mai 1934 wurde die Bekennende Kirche gegründet. Diese reagierte auf die staatliche Gleichschaltung und widersetzte sich der Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Ideologie. Sie grenzte ihre Lehre vom NS-Regime ab und verweigerte die Zusammenarbeit mit staatlichen Kontrollorganen. Der katholische Bischof Clemens August Graf von Galen verurteilte in einer Predigt die durch die Rassenideologie legitimierte „Euthanasie“ gegen Kranke und Behinderte. Auf diese Weise konnte er die „Aktion T4“ zeitweise stoppen. Zahlreiche andere Kirchenvertreter kritisierten zudem die Judenverfolgung und Terrormethoden des NS-Regimes.2

Ziviler Widerstand

Im Juni 1942 – während des Zweiten Weltkriegs – formierte sich die zivile Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ . Diese verfasste, druckte und verteile Flugblätter, in denen sie zum offenen Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief. Im Frühjahr 1943 wurde ihre Aktion durch die Gestapo aufgedeckt. Die Hauptakteure erhielten Haftstrafen und Todesurteile. Zu den zivilen Widerstandsgruppen gehörten unter anderem der Kreisauer und Goerdeler Kreis. Als Einzelgänger scheiterte Georg Elser mit einem Attentatsversuch auf Hitler am 8. November 1939. Oskar Schindler ließ zahlreiche Juden verstecken und bewahrte sie vor dem Tod im Vernichtungslager.3

Militärischer Widerstand

Die durch die verlorene Schlacht bei Stalingrad bedingte Kriegswende im Winter 1942/1943 ließ auch eine militärische Opposition erstarken. Zahlreiche Soldaten lehnten den im Osten geführten Vernichtungskrieg ab. Die führenden Wehrmachtsoffiziere Stauffenberg, Olbricht und von Treskow schmiedeten mit zivilen Widerstandsgruppen Pläne für einen Sturz des NS-Regimes. Ihr auf Hitler verübtes Attentat am 20. Juli 1944 scheiterte jedoch. Infolgedessen wurden knapp 5000 Akteure von der Gestapo verhaftet und hingerichtet. Eine weitere militärische Widerstandsgruppe verkörperte die „Rote Kapelle“ .4

Verfasst von Fabio Schwabe

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