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Ideologie des Nationalsozialismus


Die Ideologie der nationalsozialistischen Diktatur setzte auf neue Vorstellungen, die mit Demokratie und Rechtsstaat unvereinbar waren. Im Mittelpunkt stand die Ausgrenzung von „minderwertigen“ Menschen, um die „arische“ Rasse aufwerten zu können. Neben diesem Sozialdarwinismus spielten Antisemitismus, Lebensraumpolitik im Osten, das Führerprinzip und die Volksgemeinschaft eine wichtige Rolle.

Sozialdarwinismus

Die Nationalsozialisten teilten die Menschheit in Rassen auf. Sie übertrugen Charles Darwins Evolutionstheorie auf den Menschen und behaupteten, dass die deutsche „arische Rasse“ überlegen sei. Aufgrund dessen müssten minderwertige „Rassen“ vernichtet werden, um das deutsche Volk aufzuwerten. Diese biologische Rassenhygiene wurde im „Dritten Reich“ populär und grenzte Menschen wie Juden, Sinti und Roma, Asoziale, Homosexuelle und Behinderte aus der Gesellschaft aus.1

Antisemitismus

Eng verbunden mit dem Sozialdarwinismus war der Antisemitismus. Die Juden wurden von den Nazis als Sündenböcke für die politische und wirtschaftliche Krise dargestellt. Ihnen wurde die Schuld an der Niederlage im Ersten Weltkrieg, am Versailler Vertrag und der gesellschaftlichen Spaltung zugeschoben. Der Antisemitismus war bereits in der Zeit des Kaiserreichs entstanden, wurde im „Dritten Reich“ aber zum politischen Programm. In den Nürnberger Gesetzen 1935 wurde den Juden ihre Staatsangehörigkeit entzogen.2

Volksgemeinschaft

Die zerrissene deutsche Gesellschaft sollte zu einer Volksgemeinschaft zusammengeschmolzen werden. Dies galt aber nicht für alle Menschen. Ausgeschlossen wurden „minderwertige“ Rassen, aber auch politische Gegner und Kranke. Die Säuberung von sogenannten „Schädlingen“ sollte demzufolge das deutsche Volk aufwerten. Im Zuge der Gleichschaltung wurden Vereine, Berufe und statliche Einrichtungen auf die Idee der Volksgemeinschaft zugeschnitten.

Führerprinzip

Im Zentrum der NS-Diktatur stand der „Führer“ Adolf Hitler. Das deutsche Volk hatte sich dieser Person gänzlich unterzuordnen. Hitler verstand sich als vom Schicksal auserwählter Messias, der für die Rettung der „arischen Rasse“ berufen worden sei. Diese Vorstellung ersetzte jede Form von demokratischer Mitbestimmung und verwandelte Deutschland in einen autoritären Führerstaat. Gewaltenteilung war ausgeschlossen.3

Lebensraum im Osten

Neben der Aufkündigung des Versailler Vertrags gehörte die „Lebensraumpolitik im Osten“ zu den außenpolitischen Zielen der NS-Diktatur. Das gegenwärtige deutsche Staatsgebiet sei zu klein und müsse sich über Mittel- und Osteuropa erstrecken, um das deutsche Volk ernähren zu können. Die dort als „Slawen“ bezeichneten Menschen wollte Hitler vernichten, da sie den Deutschen minderwertig seien. Vor allem die Sowjetunion galt als erbitterter Feind, da dort seit der Russischen Revolution der „jüdische Bolschewismus“ regieren würde. Dies zeigte sich an den gewaltsamen Verbrechen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.4

 

Verfasst von Fabio Schwabe

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