Ansprache Hitlers am Tag von Potsdam

Der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933 brachte den Nationalsozialisten die entscheidenden Sympathien auf dem Weg ihrer Machtergreifung. An jenem Tag verneigte sich Reichskanzler Adolf Hitler symbolträchtig vor Reichspräsident Paul von Hindenburg. Damit suggerierte er dem deutschen Volk, dass er Hindenburgs Leistungen als Generalfeldmarschall und Preußens Bedeutung für die deutsche Geschichte würdigte: Folgende Ansprache hielt Hitler:

Die Regierung der nationalen Erhebung ist entschlossen, ihre von dem deutschen Volke übernommene Aufgabe zu erfüllen. Sie tritt daher heute hin vor den Deutschen Reichstag mit dem heißen Wunsch, in ihm eine Stütze zu finden für die Durchführung ihrer Mission. Mögen Sie als gewählte Vertreter des Volkes den Sinn der Zeit erkennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen Wiedererhebung. In unserer Mitte befindet sich heute ein greises Haupt. Wir erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall. Dreimal kämpften Sie auf dem Felde der Ehre für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes. Als Leutnant in den Armeen des Königs für die deutsche Einheit, in den Heeren des alten deutschen Kaisers für des Reiches glanzvolle Ausrichtung, im größten Kriege aller Zeiten aber als unser Generalfeldmarschall für den Bestand des Reiches und für die Freiheit unseres Volkes. Sie erlebten einst des Reiches Werden, sahen vor sich noch des großen Kanzlers Werk, den wunderbaren Aufstieg unseres Volkes und haben [uns] endlich geführt in der großen Zeit, die das Schicksal uns selbst miterleben und mit durchkämpfen ließ. Heute, Herr Generalfeldmarschall, lässt sie die Vorsehung Schirmherr sein über die neue Erhebung unseres Volkes. Dieses Ihr wundersames Leben ist für uns alle ein Symbol der unzerstörbaren Lebenskraft der deutschen Nation. So dankt Ihnen heute des deutschen Volkes Jugend, und wir alle mit, die wir ihre Zustimmung zum Werk der deutschen Erhebung als Segnung empfinden. Möge sich diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen Vertretung unseres Volkes. Möge uns dann aber auch die Vorsehung verleihen jenen Mut und jene Beharrlichkeit, die wir in diesem für jeden Deutschen geheiligten Raume um uns spüren, als für unseres Volkes Freiheit und Größe ringende Menschen zu Füßen der Bahre seines größten Königs.

Zitiert nach: Herbert Michaelis/Ernst Schraepler: Ursachen und Folgen, Bd. IX, S. 135.

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 26.02.2016 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 26.02.2016. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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