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Röhm-Putsch

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Im Sommer 1934 hatten die Nationalsozialisten ihre Macht fast vollständig etabliert. Den einzigen Konkurrenten gab es nur noch im Inneren. Ernst Röhm und seine SA wollten von Hitler den Preis dafür, dass sie den Nazis mit ihren Straßenkämpfen maßgeblich zur „Machtergreifung“ verholfen hatten. In der Nacht vom 30. Juni ließ Hitler die gesamte SA-Führung und zahlreiche Anhänger mithilfe von SS und Reichswehr ermorden. Dadurch war der nationalsozialistische Führerstaat nun vollendet.

Vorgeschichte

Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 hatte die NSDAP ihre Herrschaft schrittweise ausbauen können. Dazu trugen vor allem die durch den Reichstagsbrand legitimierten Notverordnungen bei. Mit dem Ermächtigungsgesetz konnte die Regierung nun Gesetze unabhängig vom Reichstag erlassen. Von hinreichender Bedeutung für den politischen Aufstieg der NSDAP war die Präsenz der SA-Truppen auf den deutschen Straßen. Sie schüchterten politische Gegner gewaltsam ein und verhalfen den Nazis somit bei der Durchsetzung ihrer Notverordnungen. Infolgedessen forderte SA-Führer Ernst Röhm von Hitler den Preis für seine Verdienste. Dazu gehörte unter anderem, dass die SA zur Volksmiliz gemacht werden sollte.1

Nacht der langen Messer

Neben weitreichenden politischen Kompetenzen forderte Röhm eine „zweite Revolution“, durch die die Gesellschaft komplett umgebaut werden sollte. Die SA war mittlerweile auf 4 Millionen Anhänger angestiegen, während die Reichswehr aufgrund des Versailler Vertrags lediglich 100.000 Mann umfasste. Im Juni 1934 verbreitete die SS zunehmend Gerüchte über einen bevorstehenden Putschversuch von Röhm und dessen homosexuelle Neigung. Diesen inneren Machtkampf entschied Hitler in der Nacht des 30. Juni 1934. In der sogenannten „Nacht der langen Messer“ ließ er Röhm und weitere führende Mitglieder der SA mithilfe der SS und Reichswehr verhaften und ermorden. Diese Tat wurde nachträglich am 3. Juli durch eine weitere Notverordnung gerechtfertigt.2

Folgen

Durch die Ermordung Röhms spielte die SA als Kampforganisation keine nennenswerte Rolle mehr. Die Nationalsozialisten hatten ihre Herrschaft nun vollkommen etabliert und die Gleichschaltung damit beendet. Nachdem Reichspräsident Hindenburg im August 1934 gestorben war, machte sich Hitler auch dessen Amt zu Eigen. Indem er die Reichswehr auf sich vereidigen ließ, war der nationalsozialistische Führerstaat auf allen Ebenen ausgebaut. In den folgenden Jahren führte Hitler wieder die Wehrpflicht ein und wandelte die Reichwehr in die Wehrmacht um. Damit wurde die Voraussetzung für die expansive NS-Außenpolitik geschaffen, die 1939 den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs herbeiführte.3

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