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Quellenverweise

Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland

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Der Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland 1936 markierte den Beginn der expansiven NS-Außenpolitik. Durch den Versailler Vertrag hatte sich das Deutsche Reich bis dahin verpflichtet, sich aus diesem Gebiet militärisch zurückzuziehen. Da das Ruhrgebiet für die Rüstungspolitik eine immens hohe Bedeutung hatte, brach Hitler die Bestimmungen des Versailler Vertrags und stellte das Rheinland wieder unter deutscher Kontrolle.

Vorgeschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg war das Deutsche Reich durch den Versailler Vertrag dazu verpflichtet, seine Truppen aus dem Rheinland zurückzuziehen. Dies diente insbesondere der Sicherheit Frankreichs, das dadurch keinen deutschen Angriff zu befürchten hatte. Mit den Locarno-Verträgen wurden diese Regelungen von deutscher Seite bestätigt. Des Weiteren war das Rheinland für die deutsche Wirtschafts- und Rüstungspolitik von hoher Bedeutung. Das dort liegende Ruhrgebiet galt als industrieller Schwerpunkt Deutschlands. Die ebenfalls im Versailler Vertrag bestimmte Stationierung französischer Truppen im Rheinland wurde 1930 aufgehoben. Seitdem war dieses Gebiet frei von militärischen Besatzungen.1

Rheinlandbesetzung 1936

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 kam es im Deutschen Reich zu einem politischen Kurswechsel. Reichskanzler Hitler setzte alles daran, die Bestimmungen des Versailler Vertrags rückgängig zu machen. Demzufolge führte er 1935 die allgemeine Wehrpflicht ein. Als Frankreich ein Jahr später mit der Sowjetunion einen Beistandspakt schloss, nutzte Hitler diese Gelegenheit und bezeichnete deren Vorgehen als Bruch mit den Locarno-Verträgen. Somit marschierten am 7. März 1936 Truppen der Wehrmacht in das Rheinland ein und erbauten militärische Einrichtungen. Die französische Regierung reagierte sehr zurückhaltend, da sie nicht ohne Unterstützung Großbritanniens den Befehl zum Gegenzug geben wollte.2

Folgen

Der rechtswidrige Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland legte den Grundstein für die nationalsozialistische Eroberungspolitik. Die Westgrenze konnte nun gesichert und das Ruhrgebiet für die Wirtschafts- und Rüstungspolitik genutzt werden. Innerhalb der Bevölkerung gewann Hitler an Prestige. Obwohl das Deutsche Reich mit den Regelungen des Versailler Vertrags und Locarnopakts gebrochen hatte, kam es im Völkerbund zu keiner Gegenreaktion. Auf die Rheinlandbesetzung folgten 1938 der Anschluss Österreichs und die Annexion des Sudetenlandes. Diese Ereignisse führten 1939 schließlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.3

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