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Ursachen des Kalten Krieges


Der Kalte Krieg bestimmte zwischen 1947 und 1990 die Machtverhältnisse in Europa. Es entstand ein Ost/West-Konflikt zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion, die die Welt in zwei Machtblöcke aufteilten. Seine Wurzeln gehen auf das Jahr 1917 zurück, als in Russland die Kommunisten die Macht übernahmen und sich zum großen Konkurrenten der USA entwickelten.

Das „Epochenjahr“ 1917

Das sogenannte „Epochenjahr“ 1917 hatte weitreichende Folgen für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts. Durch ihren Eintritt in den Ersten Weltkrieg stiegen die USA zur neuen Weltmacht auf. Im selben Jahr ereignete sich in Russland die bolschewistische Oktoberrevolution. Russland entwickelte sich in den 1920er Jahren zu einem sozialistischen Staat, der sich politisch und ideologisch scharf von der westlichen – kapitalistischen – Welt unterschied.1

Anti-Hitler-Koalition

Während des Zweiten Weltkrieges schlossen die USA, Großbritannien und Sowjetunion eine „Anti-Hitler-Koalition“ gegen das nationalsozialistische Deutschland. Sie wurde in der Deklaration der Vereinten Nationen vereinbart. Es folgten gemeinsame Konferenzen in Teheran und Jalta, auf denen die Alliierten Pläne für eine europäische Nachkriegsordnung aushandelten. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 erfolgte die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen.2

Potsdamer Konferenz

Auf der Potsdamer Konferenz einigten sich die Alliierten auf die 5Ds: Demilitarisierung, Dezentralisierung, DemokratisierungDemontage und Denazifizierung. Erste Unstimmigkeiten gab es hinsichtlich der Reparationsfrage. Die Sowjetunion beanspruchte den Zugriff auf Industriebetriebe im westlichen Ruhrgebiet. Die Westmächte lehnten deren Forderung ab, da sie die Ausbreitung des Kommunismus in Europa befürchteten. Sie standen der sowjetischen Expansion in Mittel- und Osteuropa kritisch gegenüber. Die von der Sowjetunion gezogene Oder-Neiße-Grenze wurde von ihnen nur übergangsweise anerkannt.3

Ideologische Gegensätze

Die USA und Sowjetunion vertraten jeweils gegensätzliche und unvereinbare Ideologien. Die von den USA beherrschte westliche Welt betrachtete den Kalten Krieg als Verteidigung der Freiheit und Demokratie gegen die totalitäre Diktatur des Kommunismus. Die Sowjetunion hingegen grenzte sich vom „imperialistischen Kapitalismus“ ab und befürwortete die Herrschaft einer sozialistischen Staatspartei, die den Übergang zur klassenlosen Gesellschaft ermöglichen sollte. Mit der freien Marktwirtschaft und Planwirtschaft verfügten beide Supermächte über unterschiedliche Wirtschaftssysteme.

Containment-Politik

Seit 1947 änderten die USA ihren außenpolitischen Kurs. Mit der Truman-Doktrin sollte der sowjetische Kommunismus in Europa und weltweit Expansion werden [Containment-Politik]. Der britische Premierminister Winston Churchill sprach in einer Rede vom „Eisernen Vorhang“ , der die Welt in zwei Machtblöcke trennte. Infolge der Währungsreform und Berlin-Blockade wurde aus der Kooperation ein zunehmender Ost/West-Konflikt, der im Jahr 1949 in die deutsch-deutsche Teilung mündete. Die Teilung Deutschlands – und Berlins – entwickelte sich zum Symbol des Kalten Krieges, der bis zum „Mauerfall“ und zur „Wiedervereinigung“ 1989/90 andauerte.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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