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Kuba-Krise


Die Kuba-Krise von 1962 markierte den Höhepunkt des Kalten Krieges. Auf Kuba hatte die Sowjetunion Mittelstreckenraketen stationiert, die unmittelbar auf die USA gerichtet waren. Nach einigen Verhandlungen konnte letztlich ein Ausgleich gefunden und der drohende Atomkrieg verhindert werden.

Vorgeschichte

Auf Kuba wurde 1959 Diktator Fulgencio Batista durch eine Revolution gestürzt. Die Führung übernahm seit 1959 Fidel Castro, der Kuba in einen sozialistischen Staat verwandelte. Da die USA ein Embargo gegen Kuba verhängten, schloss es sich der Sowjetunion als neuen Bündnispartner an. In den 1950er Jahren – vor allem durch den Koreakrieg und die Berlin-Krise – hatte sich der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion verschärft. Beide Supermächte lieferten sich ein gefährliches Wettrüsten, bei dem auch Atomraketen produziert wurden.

Invasion in der Schweinebucht

Die gegen Kuba verhängte Wirtschaftsblockade der USA führte zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion. Im Jahr 1961 führten die USA eine geheime Operation „Invasion in der Schweinebucht“ durch. Mithilfe von Exilkubanern sollte die sozialistische Revolutionsregierung unter Fidel Castro gestürzt werden. Das Unternehmen erwies sich allerdings als Debakel. Kuba festigte seine sozialistische Ausrichtung und blieb im engen Austausch mit der Sowjetunion.

Stationierung von Mittelstreckenraketen

Im August 1962 entdeckte ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug sowjetische Mittelstreckenraketen auf Kuba. Aufgrund der unmittelbaren Reichweite wären diese in der Lage gewesen, die USA militärisch anzugreifen. US-Präsident Kennedy berief einen Krisenstab ein und verhandelte über einen möglichen Luftangriff oder gar Invasion. Die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg.

Seeblockade

US-Präsident Kennedy entschied sich gegen einen militärischen Eingriff. Stattdessen ordnete er eine Seeblockade an, die die weitere Belieferung der Mittelstreckenraketen stoppen sollte. Die sowjetischen Schiffe blieben zunächst stehen und drehten ab. Kennedy verhandelte unterdessen mit dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow. Dieser forderte den Abzug US-amerikanischer Raketen aus der Türkei, um die eigenen Raketen aus Kuba zu entfernen. Die Verhandlungspartner fanden schließlich einen Ausgleich und bewahrten die Welt vor einer atomaren Eskalation.

Folgen

Nach den erfolgreichen Verhandlungen zogen die USA und Sowjetunion ihre in der Türkei bzw. auf Kuba stationierten Raketen ab. Die USA versicherten außerdem, von einer Invasion Kubas abzusehen. Der Kalte Krieg konnte entschärft werden und ging in eine Entspannungsphase über. Beide Supermächte nahmen Verhandlungen zur Rüstungskontrolle auf und richteten einen „Heißen Draht“ ein, um Konflikte zukünftig beilegen zu können. Die von Chruschtschow regierte Sowjetunion verfolgte nun eine Politik der Friedlichen Koexistenz.

Verfasst von Fabio Schwabe

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