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Oktoberrevolution 1917


Die Oktoberrevolution 1917 in Russland leitete eine historische Wende ein. Auf sie folgte ein blutiger Bürgerkrieg und letztlich die Alleinherrschaft der kommunistischen Bolschewiki. Sie errichteten einen sozialistischen Staat, der unter dem Namen „Sowjetunion“ zur Supermacht aufstieg.

Vorgeschichte

Russland beteiligte sich seit 1914 am Ersten Weltkrieg. Im Februar 1917 regte sich Widerstand in der russischen Bevölkerung. Es kam zu Hungerrevolten und Streiks [Februarrevolution]. Die Aufstände führten zum Sturz von Zar Nikolaus II. und ermöglichten die Einführung einer Doppelherrschaft. Sie bestand aus einer Provisorischen Regierung und einem Arbeiter- und Soldatenrat. Eine Besserung der Versorgungslage schien dennoch nicht in Sicht, da die Regierung den Krieg weiter fortsetzte. Von diesen Missständen profitierten vor allem die Bolschewiki. Sie versprachen der Bevölkerung Friede, Land und Brot.1

Lenin und die Bolschewiki

Die SDAPR hatte sich 1903 in Bolschewiki und Menschewiki gespalten. Die Bolschewiki befürworteten eine radikale Revolution. Ihr Parteiführer Lenin wollte den Weltkrieg in einen russischen Bürgerkrieg verwandeln. Bei seiner Wiederkehr aus dem Schweizer Exil wurde er von der deutschen Reichsregierung unterstützt, da diese an der russischen Kriegsniederlage interessiert war. Als Lenin im April 1917 in Petrograd ankam, veröffentlichte dieser seine Aprilthesen. Darin forderte er das sofortige Kriegsende, die Machtübernahme der Bolschewiki und die Enteignung der Großgrundbesitzer. In der Folgezeit gewannen die Bolschewiki immer mehr Zulauf und bildeten mit den Roten Garden eigene Militärs.2

Verlauf der Oktoberrevolution

Im Oktober 1917 bereiteten die Bolschewiki den Sturz der Provisorischen Regierung vor. Diese hatte zuvor geplant, russische Truppen an die Front gegen das Deutsche Reich zu verlegen. Die Bolschewiki errichteten daraufhin ein „Militärisches Revolutionskomitee“ und zogen die Unterstützung der Truppen auf ihre Seite. Ihr wichtigster Stratege war Leo Trotzki. Am 24./25. Oktober 1917 besetzten die Bolschewiki die wichtigsten Petrograder Garnisonen, umstellten den Winterpalast und übernahmen die Regierung. Dieser als „Oktoberrevolution“ bezeichnete Putsch verlief größtenteils unblutig. Er wurde später von den Bolschewiki als dramatischer „Sturm auf den Winterpalast“ glorifiziert.3

Folgen

Nach der Oktoberrevolution bemühten sich die Bolschewiki um die Machtsicherung. Ein „Rat der Volkskommissare“ bildete die neue Regierung. Auf den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung erzielten die Bolschewiki mit 25% der Stimmen jedoch ein enttäuschendes Ergebnis. Sie lösten die Versammlung unter Waffengewalt auf. Es entstand eine bolschewistische Diktatur, die mithilfe der Tscheka politische Gegner ausschalten ließ. Die Bolschewiki beendeten mit dem Frieden von Brest-Litowsk 1918 Russlands Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Infolgedessen formierte sich eine Weiße Opposition, die Russland in einen langen und blutigen Bürgerkrieg trieb. Auf dessen Ende folgte 1922 die Gründung der Sowjetunion. Damit war in Osteuropa ein sozialistischer Staat entstanden, der später zur Supermacht aufstieg und im Kalten Krieg zum großen Gegner westlich geprägten Welt wurde. Nach Lenins Tod 1924 begann die Zeit des Stalinismus.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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