Entspannungsphase

Schon der unmittelbar nach der Kuba-Krise (1962) eingerichtete „Heiße Draht“ verbesserte die Kontakte zwischen den USA und der Sowjetunion. Er ermöglichte es, Krisengespräche über eine weltweite Vernetzung führen zu können. Des Weiteren kam es in der Entspannungsphase zu ersten Abrüstungsverhandlungen. 1968 einigten sich Großbritannien, USA und die Sowjetunion darauf, mit dem Atomwaffensperrvertrag mehrere Kernwaffen abzurüsten und Atomwaffentests zu unterlassen1.

Neue Ostpolitik

In den 1970er Jahren suchten die USA und die Sowjetunion neue Wege zur Kooperation auf politischer, militärischer und wirtschaftlicher Ebene. Insbesondere die sozialliberale Koalition der Bundesrepublik unter Willy Brandt war ausschlaggebend dafür, dass sich die internationalen Beziehungen durch die Entspannungspolitik verbessern konnten2. Die deutsch-deutsche Teilung in Berlin galt zweifellos als Symbol für den weltweiten Ost-West-Konflikt. Die BRD hatte den Alleinvertretungsanspruch über die DDR mit dem Grundlagenvertrag aufgegeben und die Oder-Neiße-Grenze zu Polen als unverletzlich anerkannt. Ein wichtiger Beschluss der Ostverträge war das Viermächteabkommen in Berlin 1971, als die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges die Konflikte um den Vertretungsanspruch über Berlin lösten3. Seitdem konnten die menschlichen Lebensumstände verbessert und der Transitverkehr zwischen Westberlin und der BRD geregelt werden. Die Reisegesetze zwischen West und Ost wurden dadurch wieder gelockert. Hier geht es zum Artikel über die Neue Ostpolitik.

KSZE-Schlussakte

Auf der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa verhandelten zahlreiche europäische Staaten über die Unverletzlichkeit der Grenzen, Nichteinmischung in innere Angelegenheiten eines anderen Staates und den Erhalt der Grund- und Freiheitsrechte. Neben den politischen Beschlüssen konnten die Länder auch ihre wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ost und West erheblich verbessern4. Dies mündete 1975 in der KSZE-Schlussakte von Helsinki. Die Weststaaten pochten darauf, die Lebensverhältnisse der Menschen im Osten zu optimieren. Es war bekannt, dass sie durch Bespitzelung und Spionage kein freies Leben führen konnten. Aber trotz allen Verträgen blieben Reformen und menschliche Erleichterungen in den Ostblockstaaten größtenteils aus. Die DDR kam den geregelten Beschlüssen nicht nach. Für sie ging es hauptsächlich um die Anerkennung als völkerrechtlicher Staat5. Hier geht es zum ganzen Artikel über die Schlussakte von Helsinki.

NATO-Doppelbeschluss

Nachdem der Warschauer Pakt die militärische Aufrüstung Ende der 1970er Jahre verstärkt hatte, sollte der NATO-Doppelbeschluss dem Übergewicht sowjetischer Mittelstreckenraketen entgegengesetzt werden [Quelle]. Da die Sowjetunion 1979 die Intervention in Afghanistan aufnahm, boykottierten USA und andere westliche Staaten im Folgejahr die Olympischen Sommerspiele in Moskau. Die afghanischen Mudschaheddin wurden vom US-amerikanischen Geheimdienst mit Waffen beliefert. US-Präsident Ronald Reagan wollte durch hohe Militärausgaben einen großen Vorsprung im Rüstungswettlauf gegenüber der Sowjetunion gewinnen. Diese Konfrontationen führten dazu, dass die Genfer Abrüstungsverhandlungen 1982 scheiterten und das Wettrüsten auf beiden Seiten wieder zunahm6. Hier geht es zum Artikel über den NATO-Doppelbeschluss.

Übersichtsbild: Helsinki, KSZE-Konferenz, Schlussakte (1975), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 183-P0801-026 / Horst Sturm / CC-BY-SA 3.0

Bild 1: Willy Brandt (1980), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, B 145 Bild-F057884-0009 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0

Bild 2: Helsinki, KSZE-Konferenz, Schlussakte (1975), Autor/Lizenz: Bundesarchiv, Bild 183-P0801-026 / Horst Sturm / CC-BY-SA 3.0

Bild 3: Mittelstreckenrakete MGM-31B Pershing II, Lizenz: Gemeinfrei

 

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 12.04.2012 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 11.03.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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