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Soziale Frage

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Die Soziale Frage entstand im deutschsprachigen Raum am Anfang des 19. Jahrhunderts. Infolge der Industriellen Revolution kam es zu gravierenden Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur. Durch eine Bevölkerungsexplosion, Verstädterung und Landflucht wuchs die Zahl der lohnabhängigen Arbeiter. Da diese von den bürgerlichen Unternehmern ausgebeutet wurden, lebten viele Arbeiter am Existenzminimum. Die Missstände dieser Zeit werden als Soziale Frage bezeichnet.

Ursachen

Am Anfang des 19. Jahrhunderts sorgten die Bauernbefreiung, Abschaffung der Zünfte und Gewerbefreiheit dafür, dass die alte Feudalgesellschaft durch eine bürgerliche Gesellschaft ersetzt wurde. Da sich viele Bauern aus der Abhängigkeit von ihrem Grundherrn lösen konnten und vom Land in die Städte zogen, gab es dort plötzlich ein Überangebot an lohnabhängigen Arbeitern. Hinzu kam eine Bevölkerungsexplosion, die dieses Problem nochmals verschärfte. Durch die Einführung der Gewerbefreiheit konnten bürgerliche Unternehmer viel Geld in neue Firmen und Maschinen investieren. Dies führte dazu, dass sich die Gesellschaft zunehmend in Arm und Reich spaltete: auf der einen Seite die wohlhabenden Unternehmer, auf der anderen Seite die lohnabhängigen Arbeiter, die wegen des Überangebots minimal bezahlt wurden. Weitere Merkmale dieses Pauperismus waren Wohnungsnot, fehlender Arbeitsschutz, Heimarbeit sowie Frauen- und Kinderarbeit.1

Lösungsansätze der Sozialen Frage

Wegen der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft wurden diverse Lösungsansätze formuliert, die die Lebensbedingungen des Proletariats verbessern sollten. Einerseits gründeten sich ab 1860 Arbeitervereine und Gewerkschaften, die sich politisch für die Interessen der lohnabhängigen Arbeiter einsetzten. Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 erkannte Reichskanzler Otto von Bismarck das Problem der Sozialen Frage und führte eine staatliche Sozialgesetzgebung ein. Darunter fielen die Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Die Soziale Frage wurde auch 1891 von Papst Leo XIII. in seiner Enzyklika Rerum Novarum thematisiert, in der dieser die Kirche als Ausgleich zwischen Unternehmer und Arbeiter betonte. Ein weiterer Lösungsansatz wurde von den Philosophen Karl Marx und Friedrich Engels formuliert: der Sozialismus und Kommunismus.2

Sozialismus und Kommunismus

Zum zentralen Lösungsansatz der Sozialen Frage entwickelten sich im 19. Jahrhundert der Sozialismus und Kommunismus. Diese von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelte Theorie wurde im 1848 erschienenen „Manifest der Kommunistischen Partei“ formuliert. Deren Vorstellung geht davon aus, dass die Gesellschaft in eine Klasse der Bourgeoisie und der Arbeiterschaft aufgeteilt sei. Diese würden sich feindlich in einem Klassenkampf gegenüberstehen. Damit die Arbeiterschaft ihre soziale Lage aufwerten könne, müsse sie die Herrschaft übernehmen. Um eine nahzu gerechte Gesellschaftsstruktur zu schaffen, entwickelten Marx und Engels die Ideologie des Sozialismus. Dieser sollte ihrer Vorstellung nach die Vorstufe zum Kommunismus bilden. Im Kommunismus würde schließlich eine klassenlose Gesellschaft vorherrschen, in der jeder im Sinne des Gemeinwohls arbeite. Dieses Modell zeriss später die Arbeiterbewegung, die sich im 20. Jahrhundert in gemäßigte Sozialdemokraten und revolutionäre Kommunisten spaltete.3

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19. Jhd.


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