Erfindungen und Merkmale der Industriellen Revolution

Die technischen Erfindungen der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert leiteten eine historische Wende ein. Sie ermöglichten den Übergang von der Agrar– zur Industriegesellschaft. Zu den bedeutendsten Innovationen gehörten die Erfindung der Dampfmaschine, Spinnmaschine, mechanischer Webstuhl, Eisenbahn. In der Phase der “Hochindustrialisierung” entwickelten sich vor allem die Elektro- und Chemieindustrie zu den Leitsektoren der deutschen Wirtschaft.

Erfindungen der “Ersten Industriellen Revolution”

Die sogenannte “Erste Industrielle Revolution” startete in England um das Jahr 1780. Ihre Errungenschaften beruhen auf folgenden Merkmalen: Einerseits wurde die traditionelle Manufaktur durch Maschinen und Fabriken ersetzt. Andererseits konnte mechanische Energie durch die – von James Watt entwickelte – Dampfmaschine erzeugt werden. Darüber hinaus war es nun möglich, wichtige Rohstoffe wie Kohle und Eisen massenhaft aus dem Erdboden zu gewinnen. Diese Innovationen waren eine Grundlage für die Entwicklung der Dampflokomotive, die den Transport von Waren beschleunigte und günstiger machte. Zu den weiteren technischen Erfindungen gehörten die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl. Die massenhafte und kostengünstige Produktion von Kleidung ließ die Textilindustrie zum Leitsektor der englischen Wirtschaft aufsteigen.1

Erfindungen der “Zweiten Industriellen Revolution”

Die “Zweite Industrielle Revolution” begann im deutschsprachigen Raum um das Jahr 1830. Grundlage dafür war der 1834 gegründete “Deutsche Zollverein“, der den zwischenstaatlichen Handel vereinfachte. Im Jahr 1835 wurde die erste Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth gebaut. Die Eisenbahn entwickelte sich seitdem zum “Motor” der Industrialisierung in Deutschland. Zu den frühen Leitsektoren der deutschen Wirtschaft gehörten Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie und der Eisenbahnbau. Das Ruhrgebiet blühte aufgrund seiner enormen Rohstoffvorkommen zum Zentrum der Schwerindustrie auf. Fließbänder und Arbeitsteilung in den Fabriken ermöglichten eine bis dahin unbekannte Massenproduktion. Kohle war bis zum frühen 20. Jahrhundert die entscheidende Energiequelle für die neuen produktiven Maschinen.2

Elektrotechnik und Chemie

Die Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 leitete die Phase der “Hochindustrialisierung” ein. Sie führte zu einem deutlichen Produktionsanstieg. Der Schwerpunkt verlagerte sich seit den 1890er Jahren allmählich zur Elektrotechnik und Chemie. Wichtigster Ideengeber der Elektrotechnik war Werner von Siemens. Neue Produktionsverfahren – wie beispielsweise die Siemens-Martin-Öfen – konnten die Stahlerzeugung um ein Vielfaches steigern. Es entstanden riesige Montan- und Energiekonzerne. Die Elektrizität und Glühbirne ermöglichten eine dauerhafte Beleuchtung, die eine rasche Urbanisierung herbeiführte. Elektrischer Strom verbesserte – über die Straßenbahn, Telegrafie und Telefon – die Vernetzung und Kommunikation der Menschen. Der Verbrennungsmotor legte –  gemeinsam mit der neuen Energiequelle Erdöl – den Grundstein für die Erfindung des Automobils. Auch die Chemieindustrie machte mit der Entdeckung von Schwefelsäure, Soda und Chlor enorme Fortschritte. Es entstanden vielfältige neue Farbstoffe. Die neue Chemieindustrie hatte aber auch ihre Schattenseite: So verursachte sie eine unkontrollierte Wasser- und Luftverschmutzung und wurde im Ersten Weltkrieg systematisch für Sprengstoff und Giftgas genutzt.3

Übersichtsbild: BASF Werk Ludwigshafen, Autor: Robert Friedrich Stieler (1881), Lizenz: Gemeinfrei

Bild 1: Eröffnung der Bahnstrecke Köln-Bonn, Autor: Nikolaus Christian Hohe (1841), Scanvorlage: Wolfgang Drösser: Brühl (2005), Lizenz: Gemeinfrei

Bild 2: Spinnmaschine von Hargreaves, Autor: Unbekannt (1891), Lizenz: Gemeinfrei

Bild 3: The Factory Mechanische Werkstätten Harkort & Co. in Wetter Castle, Autor: Alfred Rethel (um 1830), Lizenz: Gemeinfrei 

 

 

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 20.11.2021 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 20.11.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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