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Imperialismus


Zwischen 1880 und 1914 herrschte zwischen den europäischen Großmächten ein „Wettlauf“ um Afrika. Im Mittelpunkt stand der Erwerb von Kolonien, von denen man sich Machtgewinn, Rohstoffe und Absatzmärkte erhoffte. Diese als „Imperialismus“ bezeichnete Epoche führte zu verschärften Spannungen zwischen den Großmächten und ebnete den Weg in den Ersten Weltkrieg.

Voraussetzungen

Der europäische Kolonialismus begann bereits im 15./16. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erreichte er jedoch eine neue Dimension. Die Industrielle Revolution bescherte den europäischen Großmächten einen enormen Entwicklungsschub. Sie verfügten nun über Dampfschiffe, Maschinengewehre und elektrischen Strom. Europa war dem afrikanischen Kontinent wirtschaftlich, technologisch und militärisch weit überlegen.1

Begründungen

Für die europäische Expansion sprachen verschiedene Gründe. Die Kolonialmächte strebten nach Rohstoffen, Absatzmärkten, Handelsstützpunkten und billigen Arbeitskräften. Durch den Erwerb von Land sollte zudem ein neues Siedlungsgebiet für die wachsende einheimische Bevölkerung errichtet werden. Neben diesen wirtschaftlichen Faktoren spielte der Sozialdarwinismus eine wichtige Rolle. Die europäischen Großmächte rechtfertigen den Imperialismus mit ihrer zivilisatorisch-technischen Überlegenheit. Sie verstanden sich als „Missionare“ der unterentwickelten Welt.2

Verlauf

Der expansive Imperialismus begann um das Jahr 1880. Bis 1890 hatten vor allem Frankreich und Großbritannien den afrikanischen Kontinent weitgehend unter sich aufgeteilt. Das Deutsche Kaiserreich erwarb als „verspätete Nation“ erst 1884 die erste Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Reichskanzler Otto von Bismarck betrieb eine defensive Außenpolitik und stand Gebietseroberungen skeptisch gegenüber. Mit dem Amtsantritt Kaiser Wilhelms II. kam es zur Wende. Das Deutsche Reich ging zu einer aktiven Kolonialpolitik über. Diese führte zu Konflikten – z.B. die Marokkokrise – mit Frankreich und Großbritannien, die den afrikanischen Kontinent nahezu beherrschten. Die imperiale deutsche Außenpolitik begünstigte somit den Ausbruch des Ersten Weltkriegs.3

Herero-Aufstand

Die Beherrschung afrikanischer Völker war oftmals mit Unterdrückung und Ausbeutung verbunden. Im Jahr 1904 kam es in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika zum sogenannten „Herero-Aufstand“. Die einheimische Bevölkerung der Herero und Nama leistete der deutschen Kolonialmacht Widerstand. Die deutschen Soldaten schlugen den Aufstand unter der Führung Lothar von Trothas militärisch nieder. Sie vertrieben die Herero und Nama in die Omaheke-Wüste und ließen sie dort verhungern. Der Herero-Aufstand markierte das dunkelste Kapitel der erfolglosen deutschen Kolonialpolitik. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Deutsche Reich – Im Rahmen des Versailler Vertrags – seine Kolonien.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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