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Quellenverweise

Der „Heiße Draht“

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Der „Heiße Draht“ wurde am 30. August 1963 als ständige Verbindung zwischen den USA und der Sowjetunion eingerichtet. Grund dafür waren die Spannungen in der Kuba-Krise, die aufgrund der schlechten Kommunikation beinahe einen Atomkrieg ausgelöst hätte. Mit dieser Fernschreiberverbindung konnten sich beide Supermächte in Krisen folglich besser verständigen.

Ursachen

Seit Beginn des Kalten Krieges standen sich die USA und Sowjetunion mit ihren unvereinbaren politischen Weltansichten gegenüber. Zu diesem Ost/West-Konflikt gehörte auch die atomare Aufrüstung, die der Abschreckung des jeweiligen Konkurrenten dienen sollte. Den Höhepunkt erreichte der Kalte Krieg 1962 während der Kuba-Krise. Die USA hatten auf der Insel die von der Sowjetunion stationierten Mittelstreckenraketen entdeckt und stoppten die weitere Lieferung mit einer Seeblockade. Die Kommunikation zwischen den Staatschefs Kennedy und Chruschtschow war von stundenlangem Warten geprägt. Wegen dieser mangelhaften Vernetzung wäre beinahe ein Atomkrieg ausgebrochen. Nach Beendigung der Kuba-Krise entstand schließlich die Idee einer ständigen Verbindung.1

Der Heiße Draht

Um sich in Situationen wie der Kuba-Krise zukünftig besser verständigen zu können, wurde zwischen Washington und Moskau am 30. August 1963 der „Heiße Draht“ eingerichtet. Es sollte eine schnelle Kommunikation ermöglicht werden, um Missverständnisse durch langes Verzögern zu verhindern. Der „Heiße Draht“ fungierte als Fernschreiber mit Telegrafie-Gerät. Um eine mögliche Spionage zu vermeiden, wurde das System mit dem One-Time-Pad verschlüsselt. Die neue Verbindung wurde zwischen den USA und den Sowjetunion erstmals nach Ausbruch des Sechstagekriegs 1967 angewendet.2

Folgen

Der „Heiße Draht“ ermöglichte eine schnelle Kommunikation der USA und Sowjetunion in Krisensituationen. Er wurde zwar selten eingesetzt, dennoch kam es seit seiner Einrichtung nie mehr zu derartigen Konflikten wie bei der Kuba-Krise. Des Weiteren kam es seit 1963 zu einer allgemeinen Entspannung des Ost/West-Konflikts. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1990 verlor der „Heiße Draht“ an Bedeutung. 2015 wurde erneut eine direkte Verbindung zwischen den Generalstäben Russlands und der NATO als Reaktion auf die Ukraine-Krise hergestellt.3






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