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Quellenverweise

Warum lehnte Friedrich IV. die Kaiserkrone ab?

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Die Ablehnung der von der Frankfurter Nationalversammlung angebotenen Kaiserkrone durch Preußens König Friedrich Wilhelm IV. ließ die Revolution 1848/49 scheitern. Er wollte die Krone nicht von Revolutionären übergeben bekommen und sah sich als Herrscher von „Gottes Gnaden an“. Mit diesem Veto wurden schließlich alle Beschlüsse des Frankfurter Parlaments wertlos.

Paulskirchenverfassung

Nachdem die Macht der deutschen Fürsten infolge der Märzrevolution 1848 gestürzt wurde, sollte die Frankfurter Nationalversammlung die Gründung eines deutschen Nationalstaates mit Freiheits- und Grundrechten vorbereiten. Am 28. März 1849 entwarf ein Teil der liberalen Abgeordneten die sogenannte Paulskirchenverfassung. Diese sah die Einführung einer konstitutionellen Monarchie mit erblichem Kaiser an der Spitze vor. Dieser war demzufolge durch eine festgeschriebene Verfassung in seiner Herrschaft eingeschränkt und daher nicht mehr von „Gottes Gnaden“ berufen. Darüber hinaus sprachen sich eine Mehrheit der Abgeordneten für Preußens König Friedrich Wilhelm IV. als Kaiser des Deutschen Reiches aus.1

Kaiserdeputation

Am 3. April 1849 trafen sich 32 Abgeordnete der Nationalversammlung mit Friedrich Wilhelm IV. zur sogenannten Kaiserdeputation in Berlin. Dabei lehnte der preußische König die ihm angebotene Kaiserkrone jedoch entschieden ab. Er wollte die Krone nicht vom Volk übergeben bekommen und sah sich – anlehnend an die lange deutsche Tradition – als Herrscher von „Gottes Gnaden“ an. Er hatte eine abneigende Haltung gegenüber Parlamentarismus und Grundrechten. Friedrich IV. argumentierte seine Ablehnung damit, dass an der Kaiserkrone „der Ludergeruch der Revolution“ hänge [Quelle]. Da die Paulskirchenverfassung von den mächtigsten Staaten Preußen, Österreich, Bayern und Württemberg ohnehin nicht akzeptiert wurde, war die Revolution 1848/49 damit gescheitert.2

Folgen

Nach seiner Ablehnung der Kaiserwürde ließ Friedrich Wilhelm IV. die Revolution mit militärischer Gewalt zerschlagen. Somit waren alle von der Frankfurter Nationalversammlung erarbeiteten Beschlüsse bedeutunglos geworden. Die Forderungen nach Freiheitsrechten und nationaler Einheit verstummten in den Folgejahren zunächst. Die Idee eines deutschen Nationalstaates gewann mit dem zunehmenden Dualismus zwischen Preußen und Österreich in den 1860er Jahren wieder an Bedeutung. Nach Preußens Sieg in den Einigungskriegen und der Reichsgründung 1871 erfolgte schließlich die Einigung Deutschlands zum Deutschen Kaiserreich.3






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