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Robert Blum Biografie


Robert Blum gehört zu den bedeutendsten Köpfen der deutschen Geschichte. Er ragte nicht nur aufgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit hervor. Insbesondere durch sein politisches Wirken als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung während der Revolution 1848/49 erlangte Blum grenzenlose Berühmtheit. Sein Todesurteil im Jahr 1848 setzten viele Zeitgenossen mit einem „Märtyrertod“ gleich.

Jugend und Ausbildung

Robert Blum wurde am 10. November 1807 in Köln geboren. Sein Vater Engelbert Blum betätigte sich beruflich als Fassbinder, konnte diese Arbeit aber aufgrund körperlicher Schwäche nicht länger ausüben. Folglich lebte die Familie Blum in ärmlichen Zuständen und hatte teilweise unter Hunger zu leiden. Aufgrund einer Masernerkrankung wurde Robert Blum im Kindesalter zeitweise blind und trug eine langfristige Sehschwäche davon. Im Jahr 1817 wurde Blum von seiner Mutter auf die örtliche Pfarrschule geschickt. Aufgrund fehlender Finanzmittel musste er seine schulische Laufbahn aber vorzeitig abbrechen und nahm mehrere Ausbildungen auf.1

Politische und schriftstellerische Tätigkeit

Blum besuchte als Nichtstudent ab dem Wintersemester 1829/30 Vorlesungen an der Universität Berlin. Dort erlangte er Kenntnisse über die deutsche Literatur. In den folgenden Jahren war er in einem Theater angestellt und betätigte sich als Schriftsteller. Außerdem wurde Robert Blum – im Kontext des deutschen Vormärz – in den 1830er Jahren zunehmend politisch aktiv und trat in die Leipziger Burschenschaft ein. Er besuchte politische Massenkundgebungen und sammelte Geldspenden für die Professoren der „Göttinger Sieben“ . Seit dem Jahr 1840 veröffentliche Blum die „Sächsischen Vaterlandsblätter“ , in denen er seine politischen Forderungen nach Demokratie und Volkssouveränität zum Ausdruck brachte. Blum schloss sich im Jahr 1844 außerdem den „Deutsch-Katholiken“ an.2

Revolution 1848/49

Infolge der Märzrevolution 1848 wurde Robert Blum vom Stadtrat Zwickau in das Frankfurter Vorparlament gewählt. Dort wurde er Vizepräsident und gehörte dem „Fünfzigerausschuss“ an. In der Frankfurter Nationalversammlung hielt Blum als Abgeordneter politische Reden für die Fraktion „Deutscher Hof“ . Infolge der Wiener Oktoberrevolution reiste Blum als Abgesandter nach Österreich, um den Revolutionären symbolischen Beistand zu leisten. Nach der Niederschlagung durch kaiserliche Militärs wurde Blum festgenommen und von der österreichischen Regierung zum Tode verurteilt. Blum wurde schließlich am 9. November 1848 bei Wien erschossen.3

Bedeutung

Die Hinrichtung Robert Blums sorgte in der Frankfurter Nationalversammlung für Empörung. Als Abgeordneter eines demokratisch gewählten Parlaments hatte Blum eigentlich über Immunität verfügt. Das Todesurteil war daher als Rechtsbruch und Ablehnung des deutschen Parlaments in Frankfurt zu werten. Für die liberale und demokratische Bewegung im Deutschen Bund war Robert Blum ein „Märtyrer“ . Seine rechtswidrige Hinrichtung offenbarte aber auch, dass es der Revolution 1848/49 an Machtmitteln fehlte und daher scheitern musste.4

Verfasst von Fabio Schwabe

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