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Völkerschlacht bei Leipzig


Die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 führte das Ende der französischen Vorherrschaft über Europa herbei. In dieser Schlacht siegten die verbündeten Truppen Preußens, Russlands, Österreichs und Schwedens gegen Napoleons Armee. Der Sieg über die französischen Besatzer begünstigte im deutschen Sprachraum die Entstehung eines Nationalgefühls. Der deutsche Nationalismus wurde im 19. Jahrhundert zu einer wachsenden Bewegung, die Europas Monarchen gewaltsam zu unterdrücken versuchten.

Koalitionskriege

Seit 1792 befand sich Frankreich in dauerhaften Kriegen gegen europäische Großmächte wie Preußen, Österreich und Russland [Koalitionskriege]. Vor allem unter Führung Napoleon Bonapartes gelang der französischen Armee beträchtliche Erfolge – ein Großteil Europas kam unter französische Vorherrschaft. Napoleons Kriege veränderten die europäische Landkarte. Die vielen deutschen Klein- und Mittelstaaten wurden von ihm 1806 im Rheinbund zusammengeschlossen. Darin dienten sie ihm zu militärischer Unterstützung und waren ein „Bollwerk“ gegen Napoleons Gegner. 1812 kam es einer entscheidenden Wende. Nachdem Napoleons Russlandfeldzug gescheitert war, verbündeten sich Europas Großmächte in einer neuen Koalition.1

Völkerschlacht bei Leipzig

Nach der Niederlage beim Russlandfeldzug zog sich Napoleon 1813 mit seiner Armee nach Dresden zurück. Die Großmächte Preußen, Österreich, Russland und Schweden nutzten Napoleons ungünstige Lage aus und verbündeten sich in einer Koalition. Sie waren der geschwächten französischen Armee nun zahlenmäßig überlegen. Die Franzosen wurden weiter nach Leipzig zurückgedrängt. Dort ereignete sich vom 16. bis 19. Oktober 1813 die große Völkerschlacht. Napoleons eingekesselten Streitkräfte konnten die Koalition zunächst mithilfe seiner starken Artillerie im Zaum halten. Am letzten Tag kam es schließlich zur Entscheidung: die Koalition verstärkte sich nochmals mit einem größeren Truppenaufgebot und führte den vollständigen Rückzug der französischen Armee nach Frankreich herbei. Aufgrund der Befreiung von der französischen Besatzung zählt die Völkerschlacht zu den Befreiungskriegen.2

Folgen

Der Sieg der Koalition in der Völkerschlacht markierte das Ende der Napoleonischen Vorherrschaft in Europa. Die europäischen Großmächte drängten die französische Armee in ihr Heimatland zurück und besetzten am 30. März 1814 Paris. Napoleon erklärte seine Abdankung als Kaiser und flüchtete auf die Insel Elba. Auf seine plötzliche Rückkehr und Herrschaft der 100 Tage konterten die europäischen Großmächte in der Schlacht bei Waterloo 1815. Unterdessen verhandelten die europäischen Monarchen auf dem Wiener Kongress 1814/15 über eine friedliche Neuordnung Europas – es begann das Zeitalter der Restauration. Gleichzeitig war infolge der Befreiungskriege ein deutscher Nationalismus entstanden, der von den Monarchen mit aller Gewalt unterdrückt wurde. Mit dem Deutschen Bund wurde ein lockerer Staatenbund – kein Nationalstaat – gegründet, der das Gleichgewicht in Europa sicherstellen sollte.3

Verfasst von Fabio Schwabe

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