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Quellenverweise

Schutzzollpolitik Bismarcks

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Die Schutzzollpolitik Otto von Bismarcks im Jahr 1878/79 sollte die Wirtschaft im Deutschen Kaiserreich vor billigen ausländischen Importen schützen. Nach dem sogenannten „Gründerkrach“ 1873 war der ökonomische Aufschwung gebremst worden. Vor allem ostelbische Großgrundbesitzer waren von der Konkurrenz russischer und amerikanischer Getreideimporte bedroht. Daher wurde der liberale Freihandel durch die Einführung von Schutzzöllen aufgegeben.

Gründerkrach

Infolge der Industriellen Revolution und der deutschen Reichsgründung kam es im Deutschen Kaiserreich zu einem Nachfrage- und Investititionsboom. Dies mündete 1873 im „Gründerkrach“, als die Wirtschaft überstrapaziert wurde. Arbeitslosigkeit, Preisverfall und Rezession waren die Folge. Zu dieser Zeit gab es für deutsche Produzenten eine große Konkurrenz aufgrund billiger ausländischer Importe. Ostelbische Großgrundbesitzer hatten gegen die günstigen Getreideimporte aus Russland und Amerika zu kämpfen. Infolge dessen setzten sich vor allem konservative Interessenverbände für die Einführung von Schutzzöllen ein.1

Schutzzollpolitik

Für die Schutzzollpolitik holte sich Reichskanzler Bismarck die Unterstützung der Konservativen und der Zentrumspartei auf seine Seite. Damit beendete er zugleich den Kulturkampf mit der katholischen Kirche, weil er sie für seinen neuen politischen Kurs benötigte. Folglich wurden Schutzzölle auf Importe wie Getreide, Holz, Eisen und Vieh erhoben, um die inländischen Preise zu stabilisieren. Dieser Kurswechsel bedeutete aber auch eine Abkehr der Nationalliberalen, die Bismarcks Freihandelpolitik bis dahin unterstützt hatten.2

Folgen

Die eingeführte Schutzzollpolitik 1878 leitete im Kaiserreich eine innenpolitische Wende ein. Bismarck gab den Kulturkampf gegen die katholische Kirche auf und verlor die Unterstützung der Nationalliberalen. Diese spalteten sich schließlich in einen rechten und linken Flügel. Die Wirtschaft konnte sich durch die inländische Preisstabilisierung wieder erholen. Für die ärmere Gesellschaftsschicht hatte die Schutzzollpolitik allerdings keinen Vorteil. Sie war auf den Kauf von den stark angestiegenen inländischen Preise angewiesen, während die Reallöhne nur minimal anstiegen. Die aufstrebende Arbeiterbewegung wurde daher von Bismarck zum neuen „Reichsfeind“ erklärt. Mit dem 1878 eingeführten Sozialistengesetz führte er nun einen Kampf gegen die Sozialdemokraten.3

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