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  • Reichskanzler Bismarck machte den Katholizismus zu Reichskanzler Bismarck machte den Katholizismus zu "Reichsfeinden"
  • Der neue Kaiser Wilhelm II. (ab 1888) leitete eine neue Ära im Kaiserreich ein...Der neue Kaiser Wilhelm II. (ab 1888) leitete eine neue Ära im Kaiserreich ein...
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  • ..und entlässt Bismarck im Jahr 1890 (..und entlässt Bismarck im Jahr 1890 ("Der Lotse geht von Bord")

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Quellenverweise

Innenpolitik

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Nach der Reichsgründung 1871 neigte sich der deutsche Patriotismus dem Ende zu. Die Wirtschaftskrise 1873 leitete eine neue Krisenstimmung unter der Bevölkerung ein, die Bismarck mit seiner Innenpolitik zu hemmen versuchte1. Dies spiegelte sich besonders im sogenannten Kulturkampf wieder, durch den er politische Oppositionen zu „Reichsfeinden“ verleumdete und seine Macht dadurch auf Reichstagswahlen festigen wollte.

Kulturkampf

Der Katholizismus und die ihn repräsentierende Zentrumspartei waren die ersten Opfer unter der Bismarckschen Politik. Er bezeichnete die katholische Kirche als untreu und warf ihr nationale Unzuverlässigkeit vor. In diesem Zusammenhang unterstützten ihn wiederum die Liberalen, da diese für die Trennung zwischen Kirchen und Staat plädierten. Als staatliche Maßnahmen führte die Regierung die Zivilehe ein und verbot die geistliche Schulaufsicht sowie den Jesuitenorden. Hier geht es zum ganzen Artikel über Bismarcks Kulturkampf2.

Kurswechsel 1878

Da das Wachstum der deutschen Wirtschaft in den 1870er Jahren langsam stagnierte, stellte Bismarck wirtschaftliche Prozesse unter strengere staatliche Kontrolle und löste den Freihandel auf. Er führte nun die Schutzzollpolitik ein, um die inländische Produktion vor billigen ausländischen Importen zu schützen. Dadurch wendete sich Bismarck von der Nationalliberalen Partei ab, die staatliche Eingriffe in die Wirtschaft kritisierte. Demnach leitete dieser im Jahr 1878 eine Wende ein und machte nun die Sozialdemokraten zu neuen Reichsfeinden. Die Arbeiterbewegung hatte in den letzten Jahren erheblichen Stimmenzuwachs erlangen können.
Diesbezüglich wurden zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm I. dazu genutzt, den Reichstag aufzulösen und neue Wahlen einzuführen. Dabei gingen die Zentrumspartei und die Konservativen als stärkste Parteien hervor. Zudem versuchte Bismarck mithilfe des Sozialistengesetzes, die Aktivitäten der Arbeiterbewegung gesetzlich einzudämmen und politisch zu isolieren3. Gleichzeitig führte er eine staatliche Sozialgesetzgebung ein, die die Arbeiter zufrieden stellen und von politischen Vereinen fernhalten sollte. Die nachfolgenden Jahre zeigten aber, dass die Sozialdemokraten als Unterstützer der Arbeiterschaft deutlich mehr Wahlstimmen gewinnen konnten und zu einer immer stärker werdenden politischen Größe heranwuchsen.

Gesellschaft

Im Kaiserreich hatte das Militär aufgrund des Sieges im Deutsch-Französischen Krieg ein besonderes Prestige innerhalb der Gesellschaft. Durch diesen Erfolg war es 1871 zur deutschen Reichsgründung gekommen. Zudem besaß der Adel durch den Großgrundbesitz die soziale Macht über ihre abhängigen Bauern.
Bei Arbeitsplätzen von höheren Beamten spielten soziale Herkunft und politische Gesinnung eine entscheidende Rolle. Des Weiteren wurde das Bürgertum im Zuge der Industrialisierung zu einem wichtigen Träger wirtschaftlicher Prozesse4. Hier werden die wichtigsten Merkmale der Gesellschaft im Kaiserreich ausführlich erklärt.

Kaiser Wilhelm II.

Der neue Kaiser Wilhelm II. leitete mit seiner Thronbesteigung 1888 eine neue Ära im Kaiserreich ein. Er wollte politisch mehr Entscheidungen treffen und dem Reichskanzler weniger Macht überlassen. Bismarcks Entlassung als Reichskanzler 1890 war sein erster Schritt für eine neue innenpolitische Ordnung5.
Die Industrialisierung leitete einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung ein und begünstigte den Ausbau des Kaiserreichs zu einer imperialen Großmacht. In der Folgezeit kam es durch die internationale Entfremdung zu Spannungen, die in einen Weltkrieg führten.

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