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  • Die Industrialisierung führte zum wirtschaftlichen Aufstieg im KaiserreichDie Industrialisierung führte zum wirtschaftlichen Aufstieg im Kaiserreich
  • Das preußische Militär dominierte Gesellschaft und KulturDas preußische Militär dominierte Gesellschaft und Kultur
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  • Die schlechten Arbeitsbedingungen des Proletariats führten zur Bildung einer KlassengesellschaftDie schlechten Arbeitsbedingungen des Proletariats führten zur Bildung einer Klassengesellschaft

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Quellenverweise

Gesellschaft im Kaiserreich

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Die Gesellschaft im Deutschen Kaiserreich war geprägt von Militarismus und sozialen Klassenunterschieden. Da die deutsche Reichsgründung 1871 durch die preußischen Einigungskriege vorangetrieben war, besaß das Militär ein hohes Prestige. Die Industrialisierung führte im Kaiserreich zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und zur Entwicklung einer Industriegesellschaft. Dies hatte aber auch negative Auswirkungen, da sich die Spanne zwischen Arm und Reich vergrößerte. Unten in der Gesellschaft stand das Proletariat, das als Lohnarbeiter am Existenzminimum lebte.

Von der Agrar- zur Industriegesellschaft

Mit der Reichsgründung 1871 setzte die Phase der Hochindustrialisierung ein. Die Industrie wurde zur Triebkraft des Wirtschaftswachstums, verbesserte die Infrastruktur und sorgte für mehr Wohlstand. Durch einen raschen Bevölkerungsanstieg zogen die Menschen vom Land in die Städte. Die Entwicklung moderner Fabriken wurde mit Investitionen gefördert, sodass die Unternehmer durch das Finanzkapital immer wohlhabender wurden. Die Besitzer solcher Firmen entstammten überwiegend dem Bürgertum und konnten unter besseren Bedingungen leben. Doch der wirtschaftliche Aufschwung war kein dauernder Zustand. Seit der Gründerkrise 1873 gab es oftmals Rückschläge für die Konjunktur, die bis Ende der 1870er Jahre anhielten1.

Adel und Militär

Die preußischen Siege in den Einigungskriegen wurden zum Leitbild einer kaiserlich geprägten Gesellschaft. Offiziere betrachteten die Bürger nur als „Untertanen“. Das Kaiserreich verstand sich als „Obrigkeitsstaat“, der vom preußischen Königshof dominiert wurde. Dies zeigten vor allem der Regierungsstil und die Verfassung. Zwar gab es mit dem Reichstag eine Volksvertretung, die sich an der Gesetzgebung beteiligte. Doch den entscheidenden Einfluss auf die Reichspolitik besaßen Kaiser und Reichskanzler. Daran sollte sich bis 1918 nichts ändern. Auch Menschen aus Adelsfamilien waren aufgrund ihres Grundbesitzes politische Träger, da sie durch ihre Kontakte zum königlichen Hof wichtige Privilegien besaßen2.

Soziale Klassengesellschaft

Der wirtschaftliche Aufschwung vieler bürgerlicher Schichten bedeutete noch längst nicht Wohlstand für alle. Mit der Gründung großer Unternehmen bildete sich eine große Arbeiterschicht, die auch als Proletariat bezeichnet wurde. Dies waren lohnabhängige Arbeiter, die aufgrund ihrer geringen Einkünfte am unteren Rand der Gesellschaft lebten. Wegen der ungleichen Verhältnisse zwischen Bürgertum und Proletariat bildeten sich Gewerkschaften und Arbeitervereine, die ihre soziale Stellung verbessern wollten. Karl Marx war hinsichtlich der Sozialen Frage ihr großes Vorbild. Des Weiteren schlossen sich auch Frauen in Verbänden zusammen, weil sie von politischer Mitbestimmung ausgeschlossen waren. Bis 1918 sollten die Vereine aber keinen Einfluss auf die Reichspolitik haben. Erst mit Ende des Ersten Weltkriegs erfolgte die Wende3.

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